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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 23

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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IRI
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in diesen Rahmen gehört eben eine große Zahl jüdischer Gedichte von Vrchlicky. Natürlich beschränken sich die jüdischen Stoffe nicht nur auf die Gedichte der Epopöe, sondern kommen auch in anderen epischen und lyrischen Gedichten vor. Sie sind nicht gleichmäßig verteilt. Den größten Teil nehmen biblische, talmudische Motive und das Ahasvermotiv ein, erst nach ihnen kommen mittelalterliche und moderne Stoffe. Aus der Bibel, dem Talmud, aber auch aus Dante, Milton, Moor, Byron und de Vigny schöpfte Vrchlicky den Stoff für seine drei vom Humanitätsgedanken getragenen Engelslegenden I s r a f e 1, Sandalfon und E1 o a. 1 s r a f e 1, der Engel der Musik, besitzt kein Herz, denn Gott gab ihm statt dessen eine Leier in die Brust, mit der er die Töne der irdischen Geschöpfe auffängt und an Gott weitergibt. Dieses talmudische Motiv verknüpft Vrchlicky mit einem Liebesmotiv. Das neu erschaffene Weib entbrennt in Liebe zu Asrafel und will ihn an sich und die Erde fesseln. Der Engel sagt sich des Weibes wegen von Gott los. Beide harren der Strafe Gottes, aber Gott ist die Liebe und läßt Asrafels Tat ungestraft. Auch der Held des zweiten Engelgedichtes Sandalfon hat etwas Titanenhaftes an sich. Wegen seiner Liebe zur Menschheit und seines sündhaften Mitgefühls mit dessen Not ist er verurteilt, zwischen Erde und Himmel an der Schwelle des Paradieses zu schweben. Zu anderen mitleidsvoll, genießt er selbst niemandes Mitleid. Angesichts der Not der Menschheit, die er mitansieht, klagt er den Schöpfer an. Sandalfon muß aber sein Leid so lange tragen, bis der Haß aus den Herzen der Menschen verschwinden und Liebe in sie einkehren wird, bis Eintracht unter ihnen herrschen wird. Und daß die Liebe durch ihre Kraft selbst die Hölle zu überwinden vermag, zeigt Vrchlicky in dem dritten Gedicht „E loa". Die Heldin dieser Legende, ein aus der Träne des Heilands entstandener weiblicher Engel, verliebt sich in Satan und rettet ihn durch ihre grenzenlose Liebe vor der Hölle. Mit diesen drei Legenden sind Vrchlickys Engelmotive nicht erschöpft. Wir begegnen ihnen auch noch in den Gedichten „An der Schwelle des Paradieses" (Na prahu räje), „Hochmu t" (Pycha), „Legende von der W e 11 s c h ö p f u n g" (Legenda o stvofeni) und schließlich in „Des Engels Eklogeu (Ekloga andelskä) und „H a r u t und Maru t", von denen noch später die Rede sein wird. Die ersten Menschen, Adam und Eva, sind Helden einiger kleinerer Gedichte Vrchlickys. Im „Ersten Got t" (Prvni büh) singt Adam eine Hymne auf sein Weib, an dem sich schon die Freuden und Leiden des künftigen Menschengeschlechtes zeigen. Vor 19

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