Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 3 (1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
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Handlung (Gegensatz zwischen Salomo und dessen Zwillingsbruder Benaja) auch talmudische Sagen (der Teufel bemächtigt sich für 40 Tage der Herrschaft über Zion) und kabbalistische Elemente verwertet. Salomo soll von seinem Hochmut geheilt werden. Gott will ihm zeigen, daß all das, was der Mensch mit »einen Sinnen wahrzunehmen vermag, trügerisch und die Pracht, mit der er sich umgibt, vergänglich ist. Mit der Persönlichkeit des Königs Salomo beschäftigt sich Zeyer auch noch in den beiden Gedichten „Das Schicksal44 (Osud) und „Wass eine Träne vermag44 (Go slza zmuze). Im ersten wird gezeigt, wie vergeblich es ist, dem von Gott bestimmten Schicksal entrinnen zu wollen, im zweiten wird erklärt, warum der Wein, den Salomo der Königin von Saba in «seinem Weinberg kredenzte, so bitter schmeckte. Den Wein vergiftete die Träne eines Kindes, das unschuldig einer angeblich gestohlenen Rebe - wegen bestraft wurde. Man sehe daraus, daß das Herz eines unschuldigen Kindes Gott viel näher steht als Salomo mit seiner berühmten Weisheit. In der in Prosa verfaßten Legende „El C r i s t o de laLu z" (im Buche „Drei Legenden vom Kruzifix44)12), deren Schauplatz das mittelalterliche Toledo ist, erweist sich Zeyer als Verherrlicher des christlichen Glaubens. Er stellt diesen als den Glauben der Liebe in Gegensatz zu dem durch Meribal und Abisain repräsentierten jüdischen Glauben des Hasses. Abisain ist von solchem Groll gegen das Christentum erfüllt, daß er den Vorsatz faßt, in der Kirche des lichtvollen Heilands den von den Gläubigen bei der Morgenandacht geküßten Fuß Christi auf dem Kruzifix mit starkein Gift anzustreichen. Abisains Geliebte Rispa, eine Jüdin, aber geheime Verehrerin Christi, verhindert das drohende Unglück. Das Mädchen sagt sich von ihrem Bräutigam los und geht ins Kloster. Da ersinnt Abisain neue Tücke. Er schleicht sich abermals in die Kirche und stößt dem Heiland einen Dolch in die Hüfte. Vom Kruzifix ertönt ein Aufschrei, das Standbild erzittert und fällt mit Getöse zu Boden. Abisain nimmt es auf den Rücken und schleppt es nach Hause, um es zu verbrennen. Bevor er noch seinen Plan ausführen kann, schläft er vor Müdigkeit ein. Am frühen Morgen kommt eine aufgeregte Menge vor sein Haus. Die aus der Kirche zum Hause führenden Blutspuren hatten ihn verraten. Mät dem Rufe „El Cristo de la Luzu stürmen die Haufen das Haus. Nur mit Mühe wird Abisain vor der Wut des Volkes gerettet. Man übergibt ihn dem Gericht und er wird zu Tode gefoltert. Dem Sterbenden erscheint der von Blut befleckte Heiland mit einem gütigen Lächeln auf den Lippen, um seinen Schmerz zu lindern und seinen Haß zu ßtillen. Abisain überzeugt sich, daß er ewige Liebe 17