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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 20

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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IRI
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schon die Zeit, wo der Geist über die Welt siegen wird. Aus dem Hintergrund der Jahrhunderte drängt ein Volk hervor, das zwar heute noch in Ägypten verachtet wird, das aber in künftigen Zeiten die Fackel des Lichtes entzünden wird." Julius Zeyer behandelt in den für uns in Frage kommenden Werken meistens biblische Stoffe. Nur die Legende „El Cristo de la Luz" spielt im Mittelalter, die Novelle „Der schimmernde Vogel" (Dubovy ptäk, wörtlich: Regenbogenvogel) in der Gegenwart. Mit den Ureltern beschäftigt sich die Erzählung „E v a s Tod" (Smrt Evy) in der Sammlung „Die Märchen der Schoschana" (Bäje Sosany). Uns interessiert in dieser Sammlung auch die Einleitung, in der der Held Valerius (— Zeyer) seine Liebesabenteuer aus dem Frankfurter Ghetto mitteilt. Valerius verliebte sich dort in Schoschana, die Tochter des marokkanischen Juden Ben Jehuda, doch sie entschwand ihm wie eine Chimäre. Er zeichnet drei orientalische Märchen auf, die ihm Schoschana erzählt hatte; das erste von ihnen, „Evas Tod", behandelt die grenzenlose Liebe Evas zu ihrem fluchbeladenen Sohn Kain. Eva kann nicht sterben, solange Kain auf der Welt umherirrt. Die Verse 1—12 des I. Buches Mosis,\ Kap. 26, in denen erzählt wird, wie sich Isak in Gerar,' der Hauptstadt der Philister, niederließ und Rebekka als Schwester ausgab, damit ihn die .Philister ium ihretwillen nicht töteten, wie ihm Afoimelech auf seine Lüge kam und ihm großmütig verzieh, dramatisierte Zeyer im biblischen Schäferspiel „Aus der Zeitder Morgenröte" (Z dob rüzoveho jitra). Die Legende in Prosa „Assenat" behandelt den Josefstoff. Darin soll die Entstehung des Christentums aus dem Judentum gezeigt werden. Ein Bote verkündet Assenat, der Fürstentochter von On, die für den ägyptischen Josef als Frau bestimmt ist: „Josef, der Retter Ägyptens, wird dein Gatte werden und aus deinem Geschlecht wird die Mutter eines zweiten, größeren Retters hervorgehen, der nicht nur das Land Ägypten, sondern die ganze Menschheit erlösen wird. Freu dich, denn deinem Geschlecht wird die Mutter der jungfräulichen Mutter entstammen, aus deren Schoß derjenige Mann hervorgehen wird, der allen Völkern der Welt neues Leben spenden wird." So verbindet der Dichter symbolisch das Neue Testament mit dem Alten. Josef, den Erlöser Ägyptens, macht er zum Ahnen Jesus', des Erlösers der Menschheit. In dem Mose gewidmeten Gedicht „Auf dem Berge Sinai" (Na Sinai) erörtert Zeyer (ähnlich wie Sy. Cech im Gedichte „Gott") den Gottesgedanken. Er kommt zum Schluß, daß für das Volk die Auffassung eines persönlichen Gottes die entsprechendste sei. Zeyers Vorliebe für das Hohe Lied1 mag die Anregung zum biblischen Epos S u 1 a m i t h gegeben haben. Darin finden wir nebst der biblisicheoi 16

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