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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 17

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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tum ebenso verstimmen wie den Vertreter und Sänger des Bauernstandes das Treiben mancher Juden auf dem Lande. Die größte Abneigung hegt Sv. Cech gegen die jüdischen Wucherer, die die Landbevölkerung um ihr Hab und Gut bringen. Ein solcher ist Herr Dattelzweig (in „Menschenfreundliche Kapitel44), dem erst das österreichische Wuchergesetz das Handwerk legte. Als Advokaturskonzipient machte der Dichter die Bekanntschaft der Herren Raubitschek, Abeles, Koretz, deren Taschen angefüllt waren mit Schuldscheinen und ähnlichen Briefen („Der Apfelbaum"). Abstoßend wirkt sowohl durch sein Äußeres wie auch durch seinen Charakter der Wucherer Perlsee (im Roman „Ikaros"). Ein junger Mann bittet ihn um Verlängerung der Zahlungsfrist für seinen Oheim und borgt sich für sich selbst 50 fl. aus. Dafür muß er einen Wechsel auf 100 fl. ausstellen, u. zw. auf die geliehenen 50 fl. und auf die Zinsen der Schuld des Oheims, wobei er für ein Kapital von 150 fl. vierteljährig ebenfalls 50 fl. berechnet bekommt. Der junge Mann kann nach 3 Monaten nicht bezahlen und bittet um Fristverlängerung. Da wird Perlsee brutal und droht ihm mit der Klage, wenn er bis zum Abend seiner Zahlungspflicht nicht nachkäme. Eine andere in Cechs Schriften häufig wiederkehrende Figur ist der jüdische Kaufmann, für den der Dichter nach Art der Landbevölkerung gewöhnlich die Bezeichnung „2id" verwendet und dessen äußerer Erscheinung er recht abstoßende Züge verleiht. Für seine jüdischen Gestalten wählt er die bezeichnenden Namen: Aron, Abraham, Taiteles, Papa Muneles, Perlsee recte Pereies u. a. Ein Typus des unsympathischen jüdischen Krämers ist der schmierige und heuchlerische Aron im „Versetzten Charakter" (Zastavenä povaha), dem alles feil ist: getragene Kleider ebenso wie Mädchentugend, alte Regenschirme, Zöpfe, Hasenhäute ebenso wie Ehre und Charakter. Seine Zudringlichkeit ist grenzenlos. Wird er abgewiesen, so bietet er das Doppelte und Dreifache. Im Fortgehen begriffen, wendet er sich noch einmal um und beginnt neuerdings zu feilschen, bis es ihm schließlich doch gelingt, das Geschäft zu machen und sein Opfer zu überlisten. Dasselbe »tut er auch bei einem in Not geratenen jungen Mann namens Alfred. Da dieser nichts zu „handeln" hat, will er ihm seinen „Charakter" abkaufen. „Aron kauft alles, warum sollte er einen Charakter nicht kaufen, der jetzt bei uns so selten ist..Trotz seiner Armut und der Aussicht auf Wohlleben, das er sich durch den Erlös bereiten könnte, sträubt sich Alfred, seinen Charakter zu verkaufen; er ist aber bereit, ihn zu versetzen. Nach fünf Jahren möge Aron wiederkommen und Alfred werde ihm den geliehenen Betrag rückerstatten; falls er es nicht imstande wäre, bleibe Aron im Besitze von 13

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