Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 3 (1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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besuchen pflegte und der als Gymnasiast in Leitmeritz einen jüdischen Mitschüler, welcher ihm durch seine Literaturkenntnisse imponierte, zum Freunde hatte, konnte sich sein Leben lang dem Einfluß des jüdischen Geistes und der jüdischen Gedankenwelt nicht entziehen. Er gibt dies in dem Gedichte „Palestinensische Träume" (Sny pajestinske) offen zu: Ihr Palästinaträume, fremd, entlegen, Verwebt mit meinem Sinnen heut' noch ganz, Voll Gärtenreiz, geheimnisvollem Segen, Voll Wüstenschrecken und voll Morgenglanz. Den Zauberstern der Könige verwebte In meinem Traum dein Schatten, Bethlehem, Wo auch dein Palmenrauschen, Jordan, bebte, Dein Tempel leuchtete, Jerusalem. Und deines Volkes G^efet drang in mein Denken, Sein Fühlen drängte sich in mein Gefühl, In seine Worte könnt' ich mich versenken, Bezaubert von der Harfe Saitenspiel. So legte Palästinas Geist in Banden, Uns hundertfach schon in der Kinderzeit, Umprägend unser Fühlen und wir fanden, In allen Träumen seine Eigenheit.7) Aus der jüdischen Geschichte, aus Byrons „Hebräischen Melodien44 und von seinen Reisen nach dem Osten kannte Sv. Cec'h den passiven Heroismus des jüdischen Volkes und er versagte dem Judentum sein Mitgefühl nicht. In seiner Praxis als Advokaturskonzipient hatte er jedoch Gelegenheit, seine jüdischen Mitbürger von einer anderen, weniger sympathischen Seite kennen zu lernen. Und diese Erfahrungen kommen dann in weniger judenfreundlichen Literaturerzeugnissen zum Ausdruck. So ist Cechs Stellungnahme zum Judentum eine zwiespältige. Wo er vom jüdischen Volke als solchem und dessen Vergangenheit spricht, verherrlicht er es und bekundet Mitgefühl mit seinem Leid. Sobald er aber aiuf den modernen Juden, den jüdischen Kaufmann, Wucherer u. dgl. zu sprechen kommt, da wettert er gegen ihn mit starkem Pathos oder überschüttet ihn mit ätzendem Spott. Wir werden demnach seine Werke in zwei Gruppen: in judenfreundliche und judenfedndliehe «scheiden. Es sei vorausgeschickt, daß Cech in dem Werke „Die Adami ten" (Adamite),8) wo die Helden in Übereinstimmung mit der historischen Wirklichkeit alttestamentarische Namen (Adam, Kain, Henoc'h, Moses, 10