Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 513)
- Language
- German
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498 graben liegt der „alte Friedhof", eigentlich die zweite Begräbnisstätte der Juden in Bosenberg, der mindestens 300 Jahre, wenn nicht weiter, zurückreicht. Die mit Moos verwachsenen, verwitterten, meist tief eingesunkenen Steine müßten erst entziffert werden. Dieser Friedhof bildete das Bindeglied zwischen der alten Muttergemeinde und der neuen Judensiedlung in Linz. Denn hierher wurden die Leichen der in Linz verstorbenen Juden gebracht, solange Linz keinen eigenen Friedhof besaß. Aber es gab noch ein zweites Bindeglied zwischen den beiden Orten. Linz hatte die großen „Linzermärkte44 und die Wollenzeugfabrik, wo man Geschäfte machen und verdienen konnte. Bereits aus dem Jahre 1676 haben wir zuverlässige Kunde über geschäftstüchtige Juden aus Rosenberg. Denn das Linzer Stadtgericht1) verzeichnet aus den Jahren 1676—79 über den Prozeß: „Joachim Lebl und Alexander Korb, beide Juden von Rosenberg, kontra Romanum Hönig und Gebrüdern, Handelsleut von Augsburg, wegen Ersetzimg der schuldigen 855 fl 37*/% kr., welche die Beklagte mit 2 nichts giltigen Wexlbriefen per 595 fl. und mit einigen nit mehr vorhandenen Wahren per 360 fl 37% kr» vergniegen wollen. Inhalt Abschiedt grundt der Beklagte von Bezallung der 595 f 1., weillen der Kläger solche Wexlbrief in solutum übernommen, ledig gesprochen und entgegen zur Bezallung der ihnen mehrmals getzeigten oder zugestellten Wahren una cum Interesse zu 5 pro Cto schuldig erkennet worden, kraft Deklaration wurde der Abschied konfirmieret.*' Im Jahre 16872) nennt ein Bericht des Stadtgerichtes von Linz einen „Jud von Bosenberg41 als debitor des Linzer Kaufmannes Veith Zwilling, welch letzterer „mit seinem debitore Jud von Rosenberg44 einen Kontrakt nicht erfüllt hat* Ob dieser „Jud von Bosenberg44 mit Salomon Mariam, Jud von Rosenberg, der 17063) gegen Hans Georg, Probsten zu Langenhalsen, in pto eines Haberkontraktes vor dem Linzer Gerichte klagte und 17074) eine Schuld von 410 f 1. an Domenikus Kolb, Direktor der Linzer Wollenzeugfabrik hatte, identisch ist, läßt sich nicht genau sagen. Salomon und Markus Morian5) (!), beide Juden von Rosenberg „verhandeln 1712—15 wegen Marktschulden vor dem Linzer Gericht mit Hilleprand Peter, Handelsmann von Ried und mehrere andere Creditparteien44 und wird über sie Personalarrest verhängt