Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 512)
- Language
- German
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497 Rosenberg. Von Viktor Kurrein, Linz a./D. Etwa anderthalb Wegstunden von der österreichischen Grenze liegt an den Ausläufern des Böhmerwaldes zu beiden Seiten der Moldau zu Füßen des imposanten Schlosses, das einst den Herren von der roten Eose gehörte, der Ort Rosenberg. Reste ehemaliger Stadtmauern und -Tore erinnern an vergangene Zeiten. Ehemals eine blühende Gemeinde war Rosenberg ebenso wie Kalladay und Tucap die Heimat fast sämtlicher Familien, die um die Mitte des vorigen Jahrhunderts die Begründer der Gemeinde Linz waren. Noch heute sind die Namen Koditschek, Pisinger, Kohn, Sternschein, Sonnenschein, Spitz, Schönbrunn, Löwy, Erle, Mautner, Schwarz, Uprimny, Veitler, Nossal in Oberösterreich und Salzburg erhalten. Der Aufenthalt von Juden in Rosenberg geht bis ins 13. Jahrhundert zurück, soll doch damals den Herren von Rosenberg das Recht Juden zu halten verliehen worden sein. Unterhalb der Burg, in dem „Riedl44 genannten Stadtteile, ist noch ein zwischen den Häusern leerstehender Grund zu sehen, auf dem das einstige Judenbethaus und der älteste Friedhof gewesen sein soll. Nicht weit davon steht das jetzige Gotteshaus, das sicher ein Alter von 300 Jahren hat, wie <lie Inschrift auf dem sogenannten Kappores über dem Vorliang der Bundeslade bezeugt Im Jahre 1812 brannte der Dachstock ab und wurde das Bethaus dann, wie die Inschrift auf der Bundeslade besagt, renoviert. Der gewölbte Bau besteht aus einem Erdgeschoß, das vielleicht ehedem die Mikva beherbergte, dem ersten Stock mit dem Männerbetraum und einer darüber befindlichen Frauengalerie, während sich nach rückwärts ein Raum anschließt, in dem die Mazzothbäckerei untergebracht war. Im jetzigen Stadtteile links der Moldau unmittelbar an der alten Stadtmauer im alten Stadt- 32