Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 514)
- Language
- German
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499 Aus dem Jahre 1738 findet sich bei Inventaria6), d. h. bei Aufnahme von beschlagnahmten oder bei Ableben des Besitzers zurückgebliebenen Waren der Name Ascherl Israel, Jud von Rosenberg. Durch diese Akten des Linzer Stadtgerichtes sind somit 5 Juden aus Rosenberg aus der Zeit des 17. Jahrhunderts, die auf den Linzermärkten Geschäfte betrieben, sichergestellt. Durch die Abschaffung der Juden aus Oberösterreich unter Maria Theresia verschwinden die Juden von den Linzermärkten. Ihr Erscheinen daselbst kann erst wieder ab 1767 nachgewiesen werden. Das Wechselprotestbuch des Linzer Stadtarchivs7) (S. 29) weist auch schon 1771 einen mit hebräischer Unterschrift versehenen Wechsel des Löbl Haberer aus Rosenberg auf, der Geschäfte mit der Linzer k. k. privilegierten Wollen- und Zeugfabrik bekundet und darum wörtlich angeführt werden mag: Protestvormerkung. Den 23. Januar bringet Herr Sebastian Fuchs, der hiesig k. k. privilegierten Wollen- und Zeugfabriken Officiant Wechselbrief mit der Bitte, weillen der Wechselsteller in etwelchen Tag ohnedem anhero kommen solle, solchen indessen zu notieren. 1770 corr. Cassa 268 fl. 32 kr. den Ersten Januar 1771 zahlen wir für diesen unseren Sola Wechselbrief an die k. k. Wollenzeugfabrik oder derselben Ordre Gulden zweihundert sechzig acht 32 kr. cour. per Cassa, die Valuta haben wir vergniegt an Schaffwolle empfangen. Wir leisten zur Verfallszeit gute Zahlung und zur Versicherung dessen verhypothecieren unser Vermögen in genere et specie, soviel hiezu von nöthen, unterwerfen uns auch einem löbl. k. k. Wechselgericht von uns selbst Sola Löbel Haberer aus Rosenberg. Für den Besuch der Linzermärkte durch Juden aus Rosenberg gegen Ende des 18. Jahrhunderts zeugt auch ein Grabstein auf dem alten Friedhof in Rosenberg, der aus dem Jahre 1793 stammt. David ben Isak Miskowitz ist am Freitag, den 14. Ijar 5553 gestorben und am folgenden Sonntag, am 16. Ijar beerdigt worden. Die Inschrift beginnt mit dem hebräischen Satze: „Es entschlief David in der Stadt Linz" und schließt mit den Worten: „er starb in der Hälfte seiner Jahre nach dem Verhängnis Evas."8) Nach einer mündlichen Überlief erung sei er auf dem Linzermärkte erschlagen worden.