Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 491)
- Language
- German
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476 gen begleitet", der übrigen in verschiedenen wissenschaftliehen Blättern eingerückten Abhandlungen und Aufsätze nicht zu gedenken, dürften seine klassische und wissenschaftliche Bildung und seine Tüchtigkeit zum hebräischen Zensor wohl außer allem Zweifel setzen. Wenn übrigens das k. k. Bücherrevisionsamt behauptet, daß die jüdischen Gelehrten von den orientalischen Sprachkenntnissen des Dr. Wessely keine so hohe Meinung haben, so ist diese Behauptung nicht nur ohne allem Beweise hingestellt, sondern sogar im direkten Widerspruche mit den von mehreren Rabbinern, also von jüdischen Gelehrten ausgestellten, dem Gesuche des Dr. Wessely zuliegenden Zeugnissen, welche ihm die diesfälligen Kenntnisse zusprechen, sowie die, wie oben erwähnt worden ist, sämtlich mit Auszeichnung zurückgelegten Studien, die erlangten akademischen Würden und die mehr als achtjährige Verwendung im Translaturfache, ohne daß bisher irgend ein Anstand gegen ihn erhoben werden konnte, seine Kenntnisse und seine Befähigung hinreichend beurkunden. Dabei ist Dr. Wessely ein ganz unbefangener und vorurteilsfreier Mann, von den unbedenklichsten Grundsätzen, treu und ergeben dem allerhöchsten österreichischen Kaiserhause, wie er dies bei jeder Gelegenheit und namentlich bei seinem Unterrichte der israelitischen Hörer der Philosophie zu bewähren sucht, überdies fern von jedem Fanatismus und jederzeit von den tolerantesten Gesinnungen ausgehend, ferner ruhig und gelassen in seinem Benehmen, strenge in der Erfüllung seiner Pflicht und als ein biederer, rechtlicher und rein moralischer Mann von jedem Bessergesinnten geschätzt und geachtet, so daß zu erwarten steht, er werde, falls ihm das Zensoramt anvertraut werden sollte, nach Pflicht und Gewissen vorgehen und mit eben so kluger Umsicht, als auch mit der strengsten Rechtlichkeit, Gewissenhaftigkeit und Unbefangenheit das Amt üben. Auch von dieser Seite dürfte Dr. Wessely unter allen seinen Mitbewerbern, mit Ausnahme des Professors Mafan, den Anforderungen an einen Zensor in hebraicis den entschiedensten Vorzug verdienen und hat auch die Garantie für sich, daß er bereits das Vertrauen der Regierung besitze, indem ihm sowohl die provisorische Translatur als auch der Religionsunterricht für Israeliten an sämtlichen Gymnasien in Prag und an der Philosophie mit hochstelligen Dekreten zugewiesen worden ist und ebenso auch seine Verdienste bereits durch mehrere hochstellig ausgefertigte Belobungsdekrete anerkannt worden sind. Den vorbenannten beiden Kompetenten dürfte wohl nocK Johann Duchek, Weltpriester, Doktor der Theologie und Kooperator in Wolschan, aus dem Grunde angereiht werden, weil er die erforderlichen Studien und die nötige wissenschaftliche Bildung besitzt, ein fleißiger und tätiger Priester ist und zu der Erwartung berechtigt, daß er das ihm anzuvertrauende Amt mit strenger Gewissenhaftigkeit besorgen würde. Jedoch kann seine Kenntnis im Rabbinischen und Jüdischen aus Abgang der diesfälligen Nach-