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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 484

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 484)
Language
German
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IRI
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469 jährige Kustos der Prager Universitätsbibliothek Karl Fischer.59)60) Es ist bekannt, daß ihn innige Freundschaft mit dem Prager Oberjuristen Rabbi Eleasar Fleckeles verband.61) Von ihr zeugt eine in der Prager Universitätsbibliothek aufbewahrte Sammlung von mehr als dreißig Briefen des Rabbi Eleasar Fleckeles an Fischer. Auch Konzepte zahlreicher hebräischer Briefe Fischers an Fleckeles haben sich daselbst erhalten. Neben jüdisch-wissenschaftlichen Themen bilden auch Beziehungen persönlicher Art den Inhalt dieses Briefwechsels. Ja, gelegentlich machte Fischer Rabbi Fleckeles als den „obersten Leiter der jüdischen Religion in Prag und Böhmen44 auf Gefahren aufmerksam, die den Juden aus dem anstößigen Benehmen einzelner ihrer Glaubensgenossen erwachsen könnten. Bekannt ist ferner das erst nach dem Tode seines Verfassers veröffentlichte Werk von Karl Fischer: „Gutmeinung über den Talmud der Hebräer44. Fischer ist am 22. Januar 1844 im 89. Lebensjahre gestorben. Doch ist er noch nicht der letzte hebräische Bücherzensor in Prag gewesen. III. Die letzte Besetzung der Prager Zensor- und Translatorstelle in hebraicis. Nach Fischers Tode wurden die Geschäfte der Translatur von der Zensor- und Revisorstelle in hebraicis abgetrennt. Dafür scheinen sachliche, besonders aber auch persönliche Gründe bestimmend gewesen zu sein. Für die Zensor- und Revisorstelle kommt wie früher der katholisch-theologische Professor des alten Testaments an der Prager Universität in Betracht, die Translatorstelle wird dem ersten jüdischen Professor in der Prager philosophischen Fakultät Dr. phil. et jur. Wolfgang Wessely, der nachmals auch ordentlicher Professor des Strafrechts an der juristischen Fakultät in Prag geworden ist, dem ersten Juden, welcher in Österreich zur ordentlichen Professur an einer Universität gelangte, übertragen.62) Bei Archivstudien und Nachforschungen, welche einem anderen wissenschaftlichen Gegenstande galten, stieß ich zufällig im Prager Universitätsarchiv63) auf ein eingehendes Gutachten, das der Abt des Strahower Stiftes und Direktor der philosophischen Studienabteilung der Prager Universität

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