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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 433

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 433)
Language
German
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IRI
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418 Erben wogen „versessener Kontribution" auf 1800 Gulden. Aus. den Verhandlungen erfährt man, daß der erstgeborene Sohn Hersehl geistesschwach, der zweite nach Schoßberg in Ungarn gezogen war, daß beide zusammen 9000 Gulden — also in heutigen Geldwert umgerechnet weit mehr als eine Million — geerbt hätten. Auch überlebten ihn seine Frau Judith und die beiden Töchter.23) Im Verzeichnis von 1781 kommt eine Familie Austerlitz nicht mehr vor. David Austerlitz' Geschäftskreis hatte, soweit es die Akten ausweisen, sich hauptsächlich auf Mähren beschränkt, höchstens noch bis Wien hinaus gereicht. Wir lernen ziemlich gleichzeitig mit ihm einen andern Geschäftsmann kennen, der mit Deutschland Handelsbeziehungen hatte: Jakob Pullitzer. Wieder sind Prozesse, die gegen ihn durch den Iglauer Advokaten George Anton Neumann geführt werden, für uns die Hauptquelle. Im Verzeichnis von 1746 ist er eingetragen als Bestandinhaber, d. h. Pächter, des herrschaftlichen Branntweinhauses, seine Frau heißt Kachel, die vier Kinder sind: Marcus, Duschena, Hersehl, Scheue-Löb, Anna; er hat einen jüdischen Knecht Marcus, eine jüdische Magd Saida und einen christlichen Diener für das Mastvieh Paul Schindelka. Im Jahre 1747 bekleidete er die Stelle eines Judenrichters der Gemeinde, wie wir aus einem wichtigeren Akt ersehen.24) Die Gläubiger, die wir durch die Prozesse kennen lernen,, sind: 1. Johann Berend (Bernhard) Möller in Hamburg, dem Pullitzer auf der Jubilate-Messe 1740 in Leipzig einen Wechsel auf 568 Reichstaler, zahlbar zur Michaelis-Messe,, ausgestellt hätte; 2. Johann Georg Klünder und Barthold Heinrich Hertzer in Hamburg mit 827 Reichstalern, 18 Groschen, in gleicher Form; 3. Johann Friedrich Wolfs sei. Wittib in Chemnitz, für im Jahre 1741 gelieferte Waren: Leim, Barchent, Canefas^ im Werte von 601 Tal., 22 Gr., wofür Pullitzer Pottasche hätte liefern sollen; er kam aber über eine einzige Sendungim Werte von 53 Tal., 7 Gr. nicht hinaus, so daß der Rest im Jahre 1750 eingeklagt wurde, also erst nach 9* Jahren;

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