Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 430)
- Language
- German
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415 des Lederhauses — der Lederfabrik könnten wir euphemistisch sagen — gedeckt wurden. Da griff David Austerlitz ein. Er veranlaßte die Gutsherrschaft, den Juden diese Pacht des ganzen Häuteeinkaufs und Lederverkaufs zu kündigen, und schloß am 30. September 1747 selber einen vierteljährlich kündbaren Kontrakt auf drei Jahre, der folgende Hauptpunkte enthielt. Ein an das Lederhaus, das an der Spitalbrückc lag, anstoßendes, ganz verfallenes herrschaftliches Zinshäusl, das früher Lazar Jakob gegen einen jährlichen Zins von 26 Gulden innegehabt hatte, wurde von der Herrschaft neu aufgebaut, das Lederhaus repariert und nur die innere Einrichtung der Lederwerkstatt mußte Austerlitz aus eigenem bestreiten. Die Preise für die von Austerlitz anzukaufenden Häute wurden genau festgesetzt.18) Er bekam sie geliefert: 1. von den beiden Herrschaften Pirnitz und Tscherna von allem geschlachteten Vieh. 2. vom Pirnitzer und Tschernaer Abdecker von gefallenen Tieren und 3. hatte er ein Vorkaufsrecht bei allen Fleischhackern und Untertanen in der ganzen Herrschaft, in Märkten und Dörfern, von allem geschlachteten Vieh. Dazu erhielt er noch das Recht, bei jedem „Biergebäu" (Biergebräu?) 1 Emmer Mittelbier, sog. patoky, gratis zu passieren; und auch der ganze Tabakverschleiß auf der Herrschaft wurde ihm damals übertragen. Dafür zahlte er in vierteljährigen Baten für den Häute- und Lederhandel 74 Gulden Pachtschilling — nur 24 mehr als früher die Gemeinde — und 26 Gulden für das Zins- und das Lederhaus, also den gleichen Betrag, den Lazar Jakob für das baufällige Zinshäuschen allein entrichtet hatte. Das Vertrauen, das durch dieses Abkommen David Austerlitz von der Gutsherrschaft und dem gräflichen Grundherrn selber bewiesen wurde, ist umso überraschender, als diesem wenige Monate zuvor ein schweres Mißgeschick in geschäftlicher Hinsicht widerfahren war, das auch wieder die wirtschaftlichen und prozessualen Verhältnisse der Juden jener Zeit in mancherlei Hinsicht beleuchtet. Austerlitz stand in Geschäftsverbindung mit Simon Hersehl Neustadtler, einem Trebitscher Juden und Geschworenen der (dortigem Giemeinde. Im Jahre 1745 und 1746 erkaufte Simon von David 1.) 17 Stück Eoth-Pirnitzer Wiener