Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 428)
- Language
- German
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413 Johann Paul Tauber vorzubringen, daß dieser „mit denen Trebitscher Jueden, benanntlich Markus David (der eine Geschworene), Löbel (der zweite Geschworene) und Moses Schnobel, Gerstel Prager et Tuchy, Hersehl Hesky, Simon Herschl in Woll und Tücher ... bis 8000 fl. gehandelt und erkauft habe14, ohne daß Pirnitzer Unterhändler zugezogen worden wären. Man kann sich leicht vorstellen, wie dann der zweite Ausgleichstermin, den Storch für den 9. Dezember festgesetzt hatte, ausgefallen sein mag; die Akten schließen mit der Einladung zu demselben.15) David Austerlitz' Stellung in seiner Pirnitzer Gemeinde erhellt daraus, daß er es sich angelegen sein ließ, seinen Glaubensgenossen kleinere und größere Summen vorzustrecken, damit sie ihren Verpflichtungen vor allem gegenüber der Herrschaft nachkommen konnten. Fast die Hälfte der Pirnitzer Juden war an ihn verschuldet, wie man aus zwei genauen Verzeichnissen vom 14. Juni 1743 ersehen kann, von anderen auf Geldgeschäfte und Geldstreitigkeiten bezüglichen Akten abgesehen. Sein Hauptberuf lag damals noch im Tuch- und Wollhandel, und zwar in der Weise, daß er Wolle einkaufte, an die Tuchmacher abgab und von ihnen die fertigen Tuche bezog, mit denen er dann Handel trieb. Das führte ihn im Jahre 1746 in einen Streit mit den christlichen Tuchmachern in Pirnitz und dem dortigen Tuchscherer Franz Brantzansky, wodurch, wie es scheint, Austerlitz auch mit dem Grundherren Grafen Vinciguerra Thomas von Collalto in direkte Verbindung kam.16) Die erste Beschwerde der „samentlichen Tuchmacher41, vertreten durch ihre Zechmeister, an den Grafen lautete dahin, daß sie seit dem Tode eines gewissen Franz Tauber mit Wollbelieferung und Tuchverkauf allein auf Austerlitz angewiesen seien, der aber auch in Triesch, Pilgram, Iglau und an anderen Orten — wir kennen schon seine Beziehungen zu den Tuchmachern in Trebitsch und Zdanitz — arbeiten lasse. Sie wissen auch die Stückzahl zu nennen: in Pilgram 200, in Triesch 50, in Iglau über 500, „ohn was wieder auf neues bestellet hat". Ihre, der Pirnitzer Tuchmacher, Ware weise er zurück, obwohl es nur 14 Stück gewesen seien und ihre Fabrikate überall, auch in Wien „passieren". Eine solche Zurücksetzung schädige sie in ihren Einnahmen, mache sie daher