Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 425)
- Language
- German
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410 Markt eine verbeerende Feuersbrunst heimgesucht hatte, bei der auch nicht weniger als 26 Judenhäuser zugrunde gegangen sein sollen.8) Wir können uns über die finanzielle Entwicklung der Gemeinde immerhin eine ungefähre Vorstellung machen. Als im Jahre 1742 infolge des preußischen Einfalls in ganz Österreich eine Kriegskontribution ausgeschrieben wurde, bei der auf Mähren wie es scheint 50.000 Gulden fielen,9) wurden die 6 Judengemeinden des Iglauer Kreises zur Zahlung von insgesamt 4331 Gulden, zur Hälfte binnen acht, zum Eest binnen vierzehn Tagen verpflichtet. Die Aufteilung erfolgte in der Weise, daß Battelau als die kleinste Gemeinde die Einheit, nämlich 78 Gulden, entrichten sollte, Teltsch das doppelte (156), Triesch das vierfache (312), Pirnitz das neunfache (702), Groß-Meseritsch das elfeinhalbfache (897) und Trebitsch sogar das achtundzwanzigfache von Battelau (2186 fl.).10) Die Pirnitzer Judenschaft erhob gegen diese Berechnung bei der Gutsverwaltung entschiedenen Einspruch und erklärte es für besonders ungerecht, daß sie höher besteuert werde als Triesch, das nicht nur durch die größere Zahl der ansässigen Juden, sondern auch durch besseren Vermögensstand der einzelnen Personen (qualitate et quantitate) „exzelliere", wo die Juden im Gegensatz zu Pirnitz eigene Häuser besäßen, was ihnen zu großem Nutzen gereiche, auch mit den „Toleranzgeldern" weit schwächer belastet seien, während sie „Pirnitzer hingegen bluetharme Leuthe und an den herrschaftlichen Zünßwohnungen sich hart ernährend lediglich vor Inleuthe anzusehen seien44. Auch erinnerten sie, daß im Iglauer Kreis noch andere Judengemeinden beständen, die nicht mit herangezogen zu sein scheinen, wie Puklitz, Wiese, Kozlov und Bruck.11) Die Grundherrschaft unterstützte denn auch das Ansuchen ihrer Pirnitzer Schutzjuden eifrig, bezeugte, daß sie im vergangenen Jahre einen ganzen Monat mit großen eigenen Unkosten ein kaiserliches Regiment mit Hafer versehen hätten, überdies mit Einquartierimg und Erhaltung sächsicher und preußischer Miliztruppen belastet gewesen seien; — über den Erfolg oder Mißerfolg sind wir nicht unterrichtet. Wenn sich auch hier die Verhältnisse mit der Zeit besserten und das wirtschaftliche Leben in diesem Örtchen einiger-