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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 421

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 421)
Language
German
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IRI
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406 bei den Olmützer Jesuiten erzogen worden war, hat er 1654 den Grund zur Judengemeinde in Pirnitz gelegt. Als er 1661 im 34. Lebensjahre starb, ohne Nachkommen zu hinterlassen, folgte ihm sein Bruder Anton Franz (1630—1696), der die Pirnitzer Herrschaft und seinen Besitz überhaupt bedeutend vergrößerte und emporbrachte. Und unter ihm vermehrte sich auch, wie wir gesehen haben, die Judenschaft in Pirnitz seit 1666 und gewann den Charakter einer wirklichen, wenn auch kleinen Gemeinde. Es muß in der näheren und weiteren Umgebung bekannt geworden sein, daß hier Judenfamilien aufgenommen würden, denn seit 1671 wurden für sie auch neue Häuser, natürlich kleine Häuschen gebaut, in denen sie ihren Wohnsitz nahmen. Von 1671 bis 1679 werden zehn solche Zuwanderer genannt: 1. Markus Hiersehl, aus Österreich, seit 1671; 2. Markus Gloßer, seit 1673; 3. Moises Veith, aus Neuhaus, seit 1674; 4. Salomon Falkh, aus Wien, seit 1675; 5. Elias Oberländer, aus dem Reich, seit 1675; 6. Jakub Schneider, aus Wien, seit 1676; 7. Salomon Saiffensieder, aus Triesch, seit 1676; 8. Adam Jakob, aus Böhmisch-Waidhoffen, seit 1676; 9. Gerschtl Markus, aus Österreich, seit 1678; 10. David Feith, aus Neuhaus, seit 1679. Nicht genannt werden hier zwei Juden, die wir aus einer anderen Quelle als damals in Pirnitz ansässig kennen lernen: Joachim Abraham und Simon Aron, von denen der erste im Jahre 1679, der zweite von 1677 bis 1679 als Besucher der Leipziger Messe erwähnt erscheint.4) Von Anfang an sind sie, wie betont wird, nicht untertänig, wie die christlichen Ansassen, sondern stehen in dem Verhältnis von sogenannten Schutzjuden, die unter dem Schutze der Herrschaft leben, aber gar kein liegendes Eigentum erwerben können. Auch die Häuschen, in denen sie wohnen, sind, wie sie wiederholt genannt werden, herrschaftliche Zinshäuser, für die ein Pachtschilling gezahlt wird, ebenso wie für den Schutz das Schutzgeld, und anderlei feste Abgaben in barem Geld. Aus solchen kleinen Anfängen — 1654 waren nur zwei Familien, in der Zeit von 1666 bis 1679 kamen sechzehn hinzu — Schritt für Schritt verfolgbar entstand die Pirnitzer Judengemeinde, durch Einwanderungen aus

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