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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 410

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 410)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644303--0867-2645209
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395 über Hölzer und Steine, von uns aber niemand vermißt wurde. Nur ein Mann Namens R. Baruck, Sohn des R. Ber Scheftel, der in seinen Geschäften auf dem Markt der Altstadt, Altstädterring genannt, ging, ihn traf eine Stüekkugel, er fiel aufs Krankenlager, nach drei Tagen ging er in seine Welt ein und ließ uns und ganz Israel das Leben. Gott möge ausfüllen unsere Lücken und die Lücken seines Volkes Israel in Barmherzigkeit, seine Seele aber sei eingebunden im Bunde des Lebens. Jedoch von den Nichtjuden wurden viele Hunderte getötet und die Schützen schössen viel ohne Unterbrechimg, Tag und Nacht hörten sie nicht auf. Jedoch alle Geschosse, die sie abfeuerten, stifteten keinen Brand, wie in der erwähnten ersten Woche jedesmal. In der Woche des Wochenabschnittes Korach hörten die Schützen zum Teile auf, und wenn sie auch bei Tag und Nacht schössen, so war es doch nicht so ununterbrochen wie in den ersten Tagen. Jedoch in der Nacht des Donnerstag, des 28. Siwan (16, Juni), begannen die Schützen wieder mit aller Macht mit allen obenerwähnten Arten der verderblichen Geschütze zu schießen. Am Freitag, dem Rüsttage des Neumondes Tamus (17. Juni), am Morgen, fiel eine Feuerbombe in das Haus des Mori Bunzel Zoref auf das Gewölbe und weil er dort ungefähr 1% Ellen hoch auf das Gewölbe Sand und Mist gelegt hatte, wurde die Kraft der Bombe geschwächt und sie beschädigte das Gewölbe nicht, machte nur eine große Grube und zerfiel in Stücke. Ein Stück fiel in der Maiseigasse in eine Pfütze auf der Erde, durch die große Hitze kochte das Wasser % Stunde lang. In demselben Augenblicke ging dort der greise Mordechai Stal, das Wasser auf dem Boden spritzte ihm auf die Kleider, die Bombe aber schadete ihm nicht. Am selben Tage gegen Abend fiel eine Bombe in den Hof der Synagoge R. Bunim Egers, davon splitterten mehrere Stück ab, eines in den Hof R. Bermann Frenkels, ein anderes vor das Haus R. Isak Austerlitz's; in demselben Augenblicke ging sein Sohn, der Jüngling Aron, vorbei, es fiel nahe vor seine Füße, verwundete ihn aber mit Gottes Hilfe nicht. In der Nacht des heiligen Sabbat und am Sabbat selbst mühten sich die Schützen in der ganzen Stadt unaufhörlich mit Feuerkugeln, Bomben und Haubitzen zu schießen, sie schössen die erwähnten Feurkugeln in großer Menge ohne Zahl, denn man hatte schon aufgehört zu zählen. Der Heilige, gelobt sei Er, hatte Acht auf uns mit offenem Auge und Barmherzigkeit und gab dem

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