Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 409)
- Language
- German
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394 floß und daraus ein Sandbrei wurde. Dadurch verlor die Kugel ihre Kraft, blieb dort liegen und beschädigte das Haus nicht im mindesten, inzwischen fiel noch eine Bombe auf diesen Ort und schwamm auch auf dem nassen Sande, ohne den geringsten Schaden anzurichten. Um 5 Uhr fiel eine Feuerkugel auf den Boden des Hauses E. Josel Knina, das früher dem R. Leb, Sohn des R. Jona Jeitel, gehört hatte und zerbrach das Steindach und einen Teil des aus Holz gebauten Zimmers, das zum Teil in die Gasse hinausgebaut war, fiel unten auf die Erde in die Platzgasse, zersplitterte am Boden in Stücke, die dann mit großer Gewalt durch das Fenster in das unterste Stockwerk des gegenüberliegenden Hauses, das früher dem R. Mordechai Branndweinschenk gehört hatte, geschleudert wurde, durchbrach den Boden und fiel hinunter in den Keller; durch das große Getöse wurden alle Fenster im Hause des R. Löb Ulmo seligen Andenkens, in dem jetzt der Vorsteher R. Israel Frenkel, er lebe, wohnt, zerbrochen, alle, die in der Platzgasse wohnten, erschraken so sehr, daß schwangere Frauen Frühgeburten hatten. Nachmittags fiel eine Feuerkugel auf ein neues Dach, doppelt aus Ziegelsteinen gefertigt, die man Pilasterziegel nennt und zerbrach das Dach und die Decke, auf der der Estrich ungefähr IV2 Ellen hoch liegt und zerbrach den Boden darunter bis hinunter ins unterste Stockwerk und zerstörte alle Hausgeräte, Öfen, Herde, Fenster und was sich sonst noch dort befand. Um drei Uhr nachmittags fiel eine Feuerkugel, Bombe genannt, auf den Boden des Hauses des R. Moses Eidlitz, zerstörte den Boden und die Laubhütte und fiel im kleinen Hofe zu Boden und zersplitterte in Stücke; ein Stück fiel mit Gewalt hinauf durch die Fenster in das Haus des R. Simon, Sohn des R. J. Neustadtl, das früher dem verstorbenen R. Isak Lowatitz gehört hatte, zerstörte einen Teil des Bodens mit der Decke darunter und stiftete keinen Schaden. -Abgesehen davon schössen die Schützen viele Stückkugeln und gildene Kieselsteine und Feuerkugeln, Bomben und Haubitzen genannt, auf dem Friedhof. An diesem Sabbat flohen buchstäblich alle, die in der Gasse „Platz" wohnten und streiften umher und suchten sichere Plätze, um Ruhe zu finden. Sie gingen in das Badhaus unserer Gemeinde „Badhof" genannt. Bei diesen Verderben schaute Gott herab und besann sich und erbarmte sich seines Volkes Israel, wer will die Macht seiner Taten künden, daß er seinen Grimm ergoß