Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 408)
- Language
- German
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393 waren überhaupt unter der Bedingung geprägt worden, daß man sie nach der Öffnung der Stadt gegen Silbermünzen austauschen werde. In der Nacht von Donnerstag auf den 22. Siwan (9. Juni) schössen die Schützen Feuerkugeln und es fiel eine Bombe in das Haus des E. Wolf Bunzel, das Haus ist ein neuer, sehr starker Bau, sie richtete dort viel Schaden an, doch wurde kein Mensch verletzt; jedoch in ihrer großen Verwirrimg retteten sie sich und flüchteten in die Maiselschul. Am Morgen fiel eine Bombe in das Haus des R. Jakob Malos seligen Andenkens und zerstörte zwei Zimmer und die Öfen und Herde; neben dem Herde stand die Frau des R. Wolf Redisch, um Kaffee zu kochen, und wurde nicht im mindesten verletzt. Die Schützen mühten sich besonders alle möglichen Geschosse abzufeuern; am Morgen des heiligen Sabbat um drei Uhr fiel eine Bombe in das Haus R. Samuels, Sohn des verstorbenen R. Kaiman Bondi in der Lang Chaim-Gasse auf das Steindach, durchbrach das Dach und zwei Stockwerke darunter mit der Stukaturdecke und den Fußboden bis hinunter zum untersten Geschoß in den Raum, der ganz aus Steinen gebaut war, Gewölb genannt, und hier zerstörte die Feuerkugel alles war sie vorfand, alle Hausgeräte mit Öfen und Fenstern. Im obersten Zimmer im dritten Stock schliefen ein Jüngling und ein Knabe im Bette, der ganze Boden des Zimmers fiel hinunter, nur der Boden, auf dem das Bett stand, blieb auf seinem Platze, die darin Liegenden wurden gar nicht beschädigt, auch die darunter erlitten keine Verletzimg, das ist auch ein großes Wunder. Um diese Stunde fiel eine Bombe in das Haus des R. Nathan, Sohn des R- Hirsch Wiener, in der „Platz"-Gasse durch das Fenster und zerstörte das ganze Zimmer mit allen Türen und Fenstern, dem Ofen und allen Gebrauchsgegenständen, zersprang in Stücke, zwei davon durchschlugen an zwei Stellen das Zimmer und die Stukaturdecke darunter und fielen in das große Zimmer, in dem R. Abraham Duschne s. g. 1. wohnte; in dieser Zeit ging man zum Frühgottesdienste in einem gewölbten Raum, die beiden Stücke ließ man an ihrem Platze und sie richteten weiter keinen Schaden an. Um 7 Uhr fiel eine Bombe durch das Steindach auf den Boden des Vorstehers R. David Frenkel, zerbrach in Stücke, zerstörte einen großen dort stehenden Wasserbehälter und noch kleine Wassergeräte, so daß das Wasser auf den Sand und Mist, der dort lagr