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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 406

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 406)
Language
German
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IRI
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391 des Hauses Matisjahu Schusters stand, um von ihm Schuhe zu kaufen, wurde verletzt, alle Hausgeräte in Stücke zerrissen. Ein besonderes Wunder ereignete sich in diesem Wunder, die Mauer und die Decke waren von oben herab auf die kleinen Kinder Mendl Schlüssels gefallen, man suchte sie dann unter dem Steinhaufen und fand die Kinder lebendig, gänzlich unverletzt. Wer vermag die Allmacht Gottes zu künden und seine Gnade, mit der er Israel errettet und das ist buchstäblich ein Wunder gleich denen in Ägypten. Am selben Tage waren große Brände in der Stadt, die Juden mußten sie löschen, Auge in Auge sahen wir die Macht der Liebe Gottes zu dem Volke seines Eigentumes, denn Tag für Tag gingen 500 Juden an die Orte der Gefahr, an den Ort der Schlange, des Skorpions. Die Schützen schössen mit Pfeilen und Wurfsteinen, die sie „gelidne Kugel4' nennen, und Kieselsteinen und anderem verderbenbringenden. Feuer und Holz erhoben ihre Flammen und der Heilige, gelobt sei Er, gedachte in seiner großen Barmherzigkeit seiner mächtigen Liebe zu denen, die das Feuergesetz angenommen und rettete sie in der Not vor Scheiterhaufen und Feuer. An diesem Tage waren so viele Brände, daß die 500 Juden zum Löschen nicht ausreichten, deswegen kamen Reiter in die Judenstadt, um alle Männer unseres Volkes zu holen, sie gingen mit Gewalt in die Häuser der Juden und nahmen mit, wen sie fanden, Hausväter, Jünglinge und Knaben, indem sie sagten, so sei der Befehl des großen Fürsten, des Feldherrn, des Herrn Prinzen Karl, seine Herrlichkeit werde erhöht —, in Wahrheit wußte dieser nichts davon. Die Hausväter fürchteten sich, verbargen sich auf den Böden unter den Dächern und an Orten, wo sie wegen der drohenden Gefahr der verderbenbringenden Geschosse hinzugehen fürchteten, dort verbargen sie sich und sagten, wir wollen fallen durch die Hand Gottes, aber in der Hand der Menschen wollen wir nicht fallen; es war eine Zeit großer Bedrängnis für Israel, es war nachmittags gegen 4 Uhr, die Frauen und Kinder weinten und baten und gaben ihnen Geld, daß sie nicht nach ihren Männern suchen, und das war der Anfang der Plünderung bis ein Jude kam, ein Lieferant, und den Beitern sagte, sie sollen ihm den Befehl des obersten Feldherrn Prinzen Karl, seine Herrlichkeit werde erhöht, zeigen, daß sie so viele Juden mitnehmen können, als sie finden; als sie den Befehl nicht zeigen konnten, denn sie handelten nicht mit Wissen des erwähnten Fürsten, ging der Jude zur Haupt-

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