Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 401)
- Language
- German
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386 betete44, daß den Gemeindemitgliedern ein Schutzpaß gegeben werde und sein Gebet wurde erhört, dies war von Gott, damit seine Bitte erfüllt werde. Am Sonntag, den 25. Ijar (15. Mai) gab Herzog Karl den Schutzpaß und befahl seinem ganzen Kriegsvolke, dem regulierten und unregulierten und dem ganzen Stadtvolke und dem Pöbel der Stadt, daß sie uns weder in etwas Großem noch in etwas Kleinem antasten, dasselbe befahl er den Offizieren von groß bis klein und den Beamten der Stadt, den Räten und Richtern aller hiesigen Städte, sie möchten genau darauf achten und jeden, der zuwiderhandelt, verhaften und gebührend bestrafen. Als die Stadt in Not und Bedrängnis war und die Teuerung aller Lebensmittel von Tag zu Tag stieg, gab Gott es dem obersten Feldherrn, Prinz Karl und den anderen Feldherrn ein, einen Ausfall zu unternehmen und mit großer Macht über die Preußen herzufallen und sich durchzuschlagen. Weil hier große Fürsten waren, der Herzog von Modena, der Prinz von Zweibrücken, der Prinz von Wittenberg, zwei kursächsische Prinzen, einige Prinzen aus dem Lande Moskau, Prinz Turlaeh, Fürst Esterhazy und viele andere große und vornehme Herren, befahl er allen Soldaten vorbereitet und bewaffnet zu sein und sich mit Reisezehrung zu versehen; er gab ihnen aber nicht die bestimmte Zeit an. Der Pöbel der Stadt stiftete die kroatischen und die anderen Soldaten an, die Mitglieder unserer Gemeinde vor ihrem Abzug zu plündern, sie gaben ihnen gewissermaßen in harmloser Sprache den guten Rat, damit der Feind nichts bekommen sollte. Ein Soldat, der von den Juden Gutes erfahren hatte, verriet uns die Sache; Angst und Schrecken zerrissen uns, es befiel uns tatsächliche Todesangst. Der Soldat wurde gefangen genommen und vors Gericht gebracht, um über den Ursprung der Sache zu berichten, es wurde die Angelegenheit gründlich untersucht, er blieb aber nicht bei seiner Aussage, sondern leugnete alles ab und sagte, sie hätten nur im Spaß und Scherz so gesprochen. Unser Herz blieb aber in unserem Inneren verschüchtert, denn wir kannten das böse Herz des Pöbels der Stadt; da erwirkte der Vorsteher R. Israel Frenkel im Verein mit den anderen Vorstehern und Führern der Gemeinde bei dem obersten Feldherren, dem Herzog Karl, eine salva guardia. Herzog Karl befahl den Feldherren, in die Judengasse einen