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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 399

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 399)
Language
German
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IRI
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384 Neustadt geöffnet, an diesem Tage und dem darauffolgenden heiligen Sabbat, den 17. Ijar (7. Mai), kamen die Verwundeten nach Prag, ihr Kopf und Herz war nicht bei ihnen, ob der Wunden imd Verletzungen. Mehrere Hunderte kamen und gingen durch die Straßen der Juden, und weil die Juden Kinder der Barmherzigen sind und der Wohltätigen, erwiesen sie den Scharen der Verletzten Gutes, gaben ihnen Branntwein, Bier, Kaffee, Geld und Wein denen bitteren Gemütes, ebenso Eßwaren, auf Befehl des Feldherrn mußten die Ärzte, Barbiere aus unserem Volke die Blessierten verbinden, ihren Wunden Linderung zu bereiten und sie zu heilen, so wurde der Name Gottes unter den Völkern geheiligt und sie priesen ihn. An demselben heiligen Sabbat verließen die kaiserlichen Truppen den Berg Hrdlof ez und retteten sich in großer Verwirrung nach Prag, ein großes Heer, mehr als 50.000 Mann, die Gnade Gottes gegen uns war sehr groß, so daß es ihnen gar nicht in den Sinn kam, uns Böses zu tun, wäre nicht Gott mit uns gewesen, dann hätten sie uns lebendig verschlungen, denn in dieser Verwirrung gabs kein Kommando, wer wollte ihnen sagen, was tut ihr da? Das war das erste Wunder, der Heilige, gelobt sei Er, beginnt mit der Bettung, erhaben ist er über jedes Lob, jede Preissagung. Am selben Tage mußten die Juden die Kranken und Verwundeten auf ihren Schultern von den Stadttoren in die Krankenhäuser, in die Stadt tragen, sie von einem Orte zum anderen bringen und ihnen Arzneien besorgen. Nachmittags kamen 400 Soldaten in die Judenstadt und verlangten Brennholz, um für die Verwundeten kochen zu können, die Juden mußten es ihnen geben. Die Gelehrten erlaubten all dies, weil sonst zu befürchten war, daß man in Lebensgefahr gerate. Am Montag, den 19. Ijar (9. Mai), belagerten 10.000 Preußen mit Macht den Berg 2izkov, der außerhalb des Spitteltores liegt und wenn auch die Kaiserlichen mehrere Tausende von ihnen schlugen, siegten doch die Preußen, der Berg wurde mit „Stürmerhand eingenommen44, uns ward dies zur Schlinge, zum Fallstrick, den gleich darauf schössen sie 2 Stückkugeln in die Judenstadt, die eine in die Nähe der Altneuschul, die andere in das Haus des R. Hirsch, R. A. B. Wehli,81) durch Gottes Hilfe, der es uns nicht an seiner Gnade fehlen ließ, stifteten sie gar keinen Schaden. Das Heer der Kaiserin, ihre Ehre werde erhöht, zog vom Berge und rettete sich in die

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