Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 398)
- Language
- German
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383 4. Teil des Buches Igereth Machalath. Mit Hilfe Gottes, des Höchsten, der Ursache aller Ursachen, des im Lobe Furchtbaren, des Herrn der Wunder, der mich gewürdigt hat mit eigenen Augen furchtbare Wunder zu schauen, der mich am Leben erhalten hat bis heutigen Tages, um zu erzählen seine Zeichen, zu sprechen von seinen Wundern, bekannt zu geben seine Taten, wie er gesorgt hat für sein Volk Israel mit wachsamen Auge und besonderer Sorgfalt und uns mit seiner großen Barmherzigkeit und Gnade gerettet hat aus all den Begebenheiten und Schicksalsschlägen und Ungemach, die uns getroffen, uns, die Männer der heiligen Gemeinde Prag, der Höchste festige sie. Und weil es unsere Pflicht ist, die Wunder kund zu tun, will ich kurz ein wenig davon erzählen, nur die wichtigsten Begebenheiten, wie sie sich zugetragen haben, ich will nicht alle Kriegsbegebenheiten erzählen, sondern nur die Wunder, die der Heilige, gelobt sei Er, erwiesen hat. Am Rüsttage des heiligen Sabbat, am 16. Ijar des Jahres 5017 (16. Mai 1757), begannen bei Morgenanbruch die Soldaten unserer gnädigen Königin und Kaiserin, ihre Herrlichkeit werde erhöht, den Kampf gegen die Soldaten des Königs von Preußen in der Nähe des Dorfes Libotz etwa 2 Stunden von Prag, sie lagerten einander gegenüber, es war ein heftiger Kampf zwischen ihnen; die Tore an der Seite der Neustadt blieben an diesem Tage geschlossen. Die Kaiserlichen besiegten die Preußen und schlugen sie sehr empfindlich. Von den Preußen fielen viele, mehr als doppelt soviel wie von den Kaiserlichen, dessenungeachtet floh das österreischische Heer in großer, vom Himmel gestifteter Verwirrung zum Berge Hrdlorez und dem 2izkaberg in nächster Nähe Prags. Als der Baron Netolitzky Exzellenz sah, er war nämlich dort an der Spitze der Batterie, daß der Kampf zwischen den beiden Heeren sich heftig gestaltete, rettete er in seiner großen Weisheit die ganze Bagage der vornehmen und großen Herren, der Generalitäten und die Kriegskassen, er nahm auch die Mannschaft, die bei den Geschützen war, und 15.000 Soldaten mit und zog in die Stadt Beneschau. Jedoch die Befehlshaber und Kriegsobersten und das ganze übrige Kriegsheer wußten nichts davon, wegen des Trubels des Kampfes und glaubten, daß sie dies alles verloren und die Feinde es erbeutet hätten. Nachmittags wurden die Tore der