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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 394

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 394)
Language
German
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IRI
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379 Reis der Hilfe zu sprießen, Gott erbarmte sieh seines Volkes und erwirkte Erbarmen in den Augen der Nichtjuden, die mit ihnen Geschäfte machten, von ihnen lebten; einige taten es allerdings um ihres eigenen Vorteils willen, um des Geldes willen, das sie erhalten hatten. Sie redeten beschwichtigend zu den Soldaten, zu der Menge des Stadtvolkes aber sprachen sie strenger, bis die Soldaten Israel zu Hilfe kamen und ihnen die Hand reichten, sie vor ihren Feinden zu retten. Und wenn dies auch nicht in allen Stadtteilen war, und während auf einer Seite Jubel und Dank herrschte, auf der anderen Trauer und Wehklage war, da die Treulosen weiterwüteten, so gereichte es uns doch zum Tröste, daß wir ein Zeichen der Besserung sahen, wir hofften zu Gott, daß er uns seine Hilfe angedeihen lasse und sich erinnere seiner Barmherzigkeit und des Verdienstes unserer Väter. Um diese Zeit sahen und hörten wir jüdische Männer in der Gasse Trostesworte sprechen, es werde die „Salkwarder"79) genannte Wache kommen, da waren wir froh und dankten Gott, daß er uns bisher beigestanden und Gott besann sich wegen des Unheils und schickte seine Hilfe vom Heiligtume, es ging ein Geist der Milde und Gnade durch das Land, da begannen die Juden sich zu erholen, der Feind verwandelte sich in einen Freund, Panduren und Ungarn wurden unsere Wächter bei Nacht. Um Mitternacht hatte sich der Lärm des Aufstandes an den meisten Orten gelegt, die Juden kamen aus ihren Verstecken, dieser stöhnte und spie Blut, jener klagte über sein Leid, dieser beweinte seinen Toten, jener jammerte, weil ihm gar nichts geblieben war, doch alle freuten sich, daß sie ihr Leben gerettet hatten. Zu dieser Zeit schickte mein Herr Schwiegervater, der Rabbiner, sein Licht leuchte, einen Boten zu uns, um nachzufragen und sich zu überzeugen von dem Befinden seiner Familie, ob sie noch am Leben sei, der Bote traf uns im Hause des R. Todros. Als wir ihn hörten, freuten wir uns sehr, weil wir vom Befinden meines Herrn Schwiegervaters, sein Licht leuchte, hörten und seiner Kinder, daß sie alle am Leben seien, da führte uns der Mann aus seinem Hause an dem Ort, wo mein Herr Schwiegervater, sein Licht leuchte, war. Bei unserer Ankunft dort hörten wir die Stimmen der Gebete Israels, die Stimme der Wehklage, und als wir meinen Schwiegervater verletzt und verwundet sahen, da ergriff uns

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