Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 393)
- Language
- German
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378 Mund öffnen und weinen mit meinem Tränenquell Tag und Nacht ob dieser Stunde.78) Aus dem oben Gesagten sind die Wunder und Gnaden Gottes ersichtlich, die er mir und meinen Hause erwiesen, jedoch alle Wendungen und Zusammenhänge des Guten, das Gott uns erwiesen hat, zu schildern, würde das Papier nicht reichen. Nur auf eines will ich Dich aufmerksam machen, damit Du es weißt, daß die erwähnte Frau Mirel, als wir draußen standen, uns zugerufen hatte, um uns zu helfen und wir darauf geharrt und gehofft hatten, in ihr Haus gelangen zu können, doch Gott hatte uns daran gehindert, und in das Haus der oben erwähnten Männer gebracht. Kaum waren sie in das Haus der Frau gekommen, da wurde schon mein Bruder, der Heilige, seligen Andenkens ermordet, ich, der ich im Hause des E. Todros war, wußte nicht das Mindeste davon, denn man sagte mir nichts und verheimlichte die Sache vor mir. Um diese Zeit war die Hand des Feindes gar stark, er kam in die große prächtige Synagoge Klaus genannt, die ganz in der Nähe des Hauses war, in dem wir uns aufhielten. Die Männer, die mit uns waren, sahen mit eigenen Augen, wie alle Kostbarkeiten geraubt wurden, alle Geräte des Tempels aus Gold, Silber und Kupfer, die heiligen Vorhänge, die dort zu Pracht und Herrlichkeit waren, kunstvoll mit Gold und Silber gestickt und gearbeitet, wie es ihresgleichen nicht gibt, an Schönheit, die das Herz des Beschauers erfreuen. Auch die heiligen Thorarollen nahmen sie weg und warfen sie auf die Straßen nach dem Beispiele, wie es in den anderen Synagogen geschehen war; wer dies sah, wurde seines Lebens überdrüssig und sagte, besser wir sterben, als daß wir den Untergang des Heiligtums Gottes mit ansehen. Um die achte Stunde verließ uns unser Wächter, der erwähnte Soldat, da stieg unsere Furcht, die Angst stieg uns zu Kopf, denn wir hatten gehört, daß sie Leute ermordet hatten und daß der Grimm der Ungeheuer sich noch stetig steigere, nachdem sie alles Vermögen geraubt hatten, so daß sie sich an den Personen vergreifen. Das Wüten der Feinde in den Häusern ringsum wurde immer stärker, sie zerstörten, rissen nieder, plünderten, schlugen und verwundeten. Die Männer hörten, wie sie uns zuriefen, wartet nur, morgen kommen wir auch zu euch, da blieb kein Mut in uns, doch dies war von Gott, denn sie hatten gesagt, daß sie gegen 10 Uhr plündern werden. Ungeführ um diese Zeit begann ein