Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 392)
- Language
- German
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377 Am Anfang des erwähnten Rüsttages des Sabbat geschah großes Unheil, als die Feinde in das Haus der Frau Mirel, der Witwe meines verstorbenen Verwandten, des angesehenen Joel Brandes seligen Andenkens eindrangen. Meinen älteren Bruder, den Erwählten Gottes, den ausgezeichneten Frommen, muhrr Gabriel, das Andenken des Gelehrten zum Segen, führten seine Füße von seinem in der Nähe des Altschultores gelegenen Hause in das Haus der erwähnten Frau Mirel mit seinem Weibe und seinen Kindern, in der Absicht, sich zu retten und im Lager Israel zu wohnen, und nicht vereinzelt draußen zwischen christlichen Nachbarn, doch Gott wollte seinen Tod, an ihm erfüllte sich das Wort „durch die, die mir nahe stehen, will ich geheiligt werden44, sein Blut werde wohlgefällig aufgenommen auf dem Altar des Ganzopfers vor Gott, zu sühnen für die Kinder Israel. Er hatte sich selbst für den König vorbereitet, als Lamm für die Schlachtbank, Feuer brannte in seinen Innern, diese ganze Nacht; wie mir glaubwürdige Männer erzählten, die bei ihm waren, denn gar viel und eindringlich hatte er gebetet und das Sündenbekenntnis gesprochen und den Namen Gottes öffentlich geheiligt., mit lauter Stimme seine Brüder aufgefordert: „Danke den Ewigen, vollendet in Ehrfurcht den Willen Gottes zu sterben für die Einheit seines großen ehrfurchtgebietenden Namens, wir wollen gelten als Gabe, als die reine Menora44! Gar sehr rüttelte er sie auf durch Weinen und bittere Tränen, die ganze Nacht schien es ihn gewiß, daß ein Schwert auf seinem Halse liege, bei alldem verzweifelte er nicht an der Barmherzigkeit, er befahl seinen Sohne den Weg Gottes einzuhalten und seinen Namen zu heiligen. Es war als ob er sich Hand und Fuß gebunden hätte, wie ein fehlerloses Opferlamm, er nahm laut mehrmals das Joch der himmlischen Herrschaft auf sich. Und als die Zeit des Schema kam und der Tefillin und er in Freude sich das Diadem Gottes angelegt hatte, öffnete sich die Türe, der Frevel kam herein, der Mann Gabriel wollte ihm entgegeneilen, da schoß ihm der Schütze in die Kehle, daß er tot zu Boden fiel. Sein Geist stieg wahrhaftig zu Gott empor, um dessen Grimm abzuwenden vom Eeste des Erbes seines Knechtes Jakob, seines Erwählten, zu leben in seinen Schatten, in der Wolke seines Lichtes. Als sich die Erde wieder beruhigt hatte und von dem Sturme, da begrub ihn das ganze Volk und beklagte ihn unter viel Tränen. Auch ich will den