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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 390

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 390)
Language
German
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IRI
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375 wenn es notwendig ist, fanden wir die innere Tür geschlossen, da dachte ich, wir sind verloren, wohin sollen wir flüchten, wohin uns wenden, was sollen wir tun, wenn der Feind uns trifft, wenn er zu uns kommt und wir kein Silber und kein Gold bei uns haben, unser Leben zu retten, während wir da ,,sitzen in offenen Städten44 ohne Mauer; da erhoben wir unsere Stimme und weinten um Hilfe unserer Brüder, uns das kleine Tor zu öffnen, hineinzugehen, damit wir nicht Gott behüte, seien wie Dünger auf der Erde, dem Viehe gleich, und Gott wandte sich zu uns, er sah unser Elend. In der Nähe wohnte dort ein Jude namens Leb Noteies, als wir einen von uns aussandten „ein Blatt der Heilung14 zu finden,. da fand er die Türe zu diesem Manne offen, denn so hatte uns eine jüdische Frau zugerufen, wir könnten durch diesen Eingang gehen. Wir wandten uns also und kamen in das Haus dieses Mannes, da eilte uns dieser Leb entgegen und sagte, was tut ihr da bei mir, sehet ihr denn nicht, daß sie das Haus bereits ausgeraubt haben, daß die Türe offen steht und ihr den Feinden zum Opfer fallet. Gehet eures Weges. Während er noch mit uns redete, kam ein preußischer Soldat, der aus seinem Lager geflohen war und sich den ungarischen Truppen angeschlossen hatte, er war von dem erwähnten Manne und den Leuten, die dort wohnten, bezahlt, um sie zu bewachen, er tat uns nichts Böses und redete gut mit uns. Während wir noch dastanden, kam eine Nachricht, da rief der erwähnte Leb, wehe, wehe das Haus der Frau Mirel Brandes, das ganz in der Nähe liegt, ist erbrochen, die Feinde darin eingebrochen, daran kannst du wieder die Gnade Gottes, seine große Güte gegen uns erkennen, der die Sekunden abpaßt, denn sonst wären wir alle ins Unglück geraten und durch das Schwert gefallen. In seiner Güte gegen uns gab er dem angesehenen Jakob Jakerls ein, der dort in der Nähe wohnte, daß er sofort, als er von unserer Not hörte, seine Lenden gürtete und für Gott eiferte, er rief uns zu, zu ihm zu kommen, durch ein Fenster, das er uns bezeichnete, über Dachböden, bis wir dort angelangt seien, wir taten es auch. Mit Gottes Hilfe stiegen wir auf eine Leiter vor dem Hause des Mannes hinauf und kamen in das Haus des R. Todros Nachod, wo viele Leute mit ihren Frauen und Kindern waren, darunter auch der erwähnte R. Jakob, mehr als 20 Personen, die bitterlich weinten und sich vor dem Wüten des Drängers fürchteten, denn bis dahin hatten während des ganzen Tages

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