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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 389

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 389)
Language
German
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IRI
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374 voll Zorn und Wut in die Häuser, quälten alle jüdischen Personen und verwundeten sie, die Greise schonten sie nicht, die Armen berücksichtigten die nicht, sie zertrümmerten Mühle und Wagen und alles Hausgerät, nahmen alle wertvollen Vorräte, sie erbarmten sich auch nicht eines Säuglings oder einer Frau (doch habe ich von keinem Falle von Unzucht gehört), sie zogen ihnen die Kleider aus und stellten sie nackt hin wie am Tage, da sie geboren wurden. Die Kranken, die Leidenden, die Wöchnerinnen gingen kraftlos umher, sie erhoben sich von ihrem Schmerzenslager, flohen in Verstecke und standen dort den ganzen Tag und die ganze Nacht in der fürchterlichen Kälte, erreichte sie der Feind, so schlugen sie sie so, daß sie ihre Leibesfrucht verloren. Ist etwas Ähnliches gehört worden, vom Tage, da Juda von seinem Erdreich vertrieben worden ist, verzehren möge sie ihre eigene Bosheit u. s. w. Es spricht der Schreiber, „Wollte ich alle Begebenheiten und Ereignisse, die jedem Juden in Prag am Tage des Sturmes begegnet sind, detailliert erzählen, würde Papier und Zeit zu Ende gehen, ohne daß ich alles erschöpft hätte, darum wollte ich die Dinge nur im Großen und Ganzen wahrheitsgemäß aufzeichnen. Ich will nun hier einiges von den Gnaden Gottes und seiner Güte gegen mich und mein Haus detalliert und deutlich verzeichnen. Am obigen Tage, dem Donnerstage rettete Gott das ganze Haus meines Schwiegervaters des Rabbiners muhrr Samuel Halevi, Gott beschütze ihn, auch ich und meine Familie gehörten zu denen, die an seinem Tische aßen, auch unser nächster Nachbar war zu uns ins Haus gekommen, da kamen die Feinde und kämpften mit Gewalt und wollten die Türe des Hauses erbrechen. Gott hatte aber für (hinter) uns abgeschlossen, so daß sie den ganzen Tag nicht öffnen konnten, wir aber versteckten uns und saßen im Tale der Tränen und hörten so gewaltige Stimmen, daß unsere Glieder klapperten, so oft wir sie hörten, unausgesetzt die Stimmen der Jimgen und Alten, der Jünglinge und Jungfrauen, die schlangengleich heranschlich, sie wehklagten wie Kranke, die gepeinigt werden von Übeltätern, doch wir dachten in unserem Herzen......76) lag ein Jude getötet vom Geschoß des Feindes, wir schlössen die Augen, um ihn nicht zu sehen, denn sonst wären wir Gott behüte noch mehr ins Unglück geraten. Als wir nun zum Friedhofsgäßchen kamen, durch das dort angrenzende Haus, das große Tor war geschlossen, denn dieses wird nur geöffnet,

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