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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 388

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 388)
Language
German
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IRI
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373 an der Rebe, und wie ein Jude hinzutrat, sie zu retten, durchlöcherten sie ihn wie ein Sieb. Ach wie sind gegen uns aufgetreten die Ruchlosen, wie haben sie entweiht die Stätte deines Namens. Wie haben sie ihre Stimme erhoben im Hause Gottes, der Pracht deiner Herrlichkeit. Wehe, wie haben sie [niedergerissen die Zäune und verwüstet dein Erbteil, wie haben sie gemacht zur Stätte von Dornen und Disteln die Stätte deiner Ehre. Gott, Fremde sind in dein Heiligtum eingedrungen, verunreinigt haben sie den Tempel deiner Heiligkeit. Seine Hand streckte der Dränger aus nach allen Kostbarkeiten, das sind die Thorarollen und heiligen Schriften, die Teffillin und Mesusoth, die sie hinwarfen, mit Füßen traten, den Stolz Ephraims, mit ihrem Munde, mit ihrer Zunge lügen sie, sie treiben Greuel, daß ihr Moder und übler Geruch uns in die Augen drang und wir alle wie unrein waren. Unsere Augen strömen Wasser, Knechte herrschen über uns. Wehklage erhebe ich über die Entweihung der Thora, lasset uns die Nächte zubringen in Säcken, auf Gassen und Plätzen. Wehe dem Tage ob der Entweihung unserer heiligen Thora, wehe dem Tage, an dem herabgeworfen wurde der oberste Stein, wehe dem Tage, an dem beschimpft wurde die uns als Erbteil Befohlene, wehe dem Tage, ob der auf 70 Arten zu erklärenden verlange Genugtuung für deine Schmach! siebenfach möge sie gerächt werden vom Furchtbaren. Ein Jüngling floh vor dem schrecklichen, furchtbaren Lärm auf das Dach, er wandte sich hin und her und fiel vor Schreck vom Dache und starb, er war ein auserwählter Jüngling und gottesfürchtig, so erfüllte sich das Wort, „du wirst am Mittag straucheln, wie in der Nacht4'. In der Nähe der Pinkasschul wohnte ein gerader, rechtlicher Mann, von den Wohltätern aus dem Volke unseres Gottes, namens R. Secharia Joß, dieser Mann schaute zum Fenster um zu sehen, was im Gotteshause geschehen sei, da erschoß ihn ein Schütze, er fiel tot zu Boden. Auch wurde ein Jude tot auf der Gasse gefunden, er war geflüchtet, um sich zu retten, da schoß man ihm einen Pfeil nach und seine Leiche lag dem Dünger gleich auf der Erde; die Leute fürchteten sich sehen zu lassen, sie verbargen sich und gingen auf die Dächer und in die Keller. Die Bösewichte, die Zerstörer zerstörten und zersplitterten alle Tore und Türen, auch die festesten, mit ihren Äxten und kamen

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