Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 383)
- Language
- German
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368 durch die Soldaten erfolgt sei), sie warfen das Los über uns, sie machten die Laden der Juden am Markte wie ein Netz, indem keine Fische sind, nur diejenigen, die in der Nähe des Hofes, den man Tein nennt, gelegen waren, wurden mit Gottes Hilfe gerettet, dort rettete Gott auch mich aus Lebensgefahr. Gegen Abend kehrten sie zurück, tobten wie die Hunde, umringten die Judenstadt und betranken sich mit Wein und Bier, das sie abgefüllt hatten, sie gingen in die Zimmer, erfaßten alle Balken des Hauses und rissen sie ein, alle geschlossenen Tore brachen sie auf und fuhren fort Schandtaten zu üben, den Stolz Israels zu demütigen, ihr Blut zu trinken, sie nackt und barfuß hinzustellen, mit entblößter Scham, an ihren Händen klebt das Blut Unglücklicher, Kinder und Säuglinge. Wir aber, die ganze Familie meines Schwiegervaters, des Rabbiners Samuel, sein Licht leuchte, 20 oder mehr Personen, versammelten uns in dem inneren Hause im Hofe, der bei dem Hause meines Schwiegervaters war, das Haus gehörte einem benachbarten Verwandten. Wir gingen alle in ein Zimmer, unsere Stimme wurde nicht gehört, obwohl unter lins Kinder und Säuglinge waren, wir waren in großer Angst und Todesfurcht, es könnte ein weinender Knabe gehört werden, und uns die Schlangen von vorn und rückwärts überfallen, wir hörten die Stimme des Panthers und des Schakals, da wurde unser Fleisch heiß von der bedrückenden Enge und wir wurden schwach, denn wir hatten den ganzen Tag nichts gegessen. Gott aber erhielt uns aufrecht und verlieh uns Kraft und Stärke. Um Mitternacht hörten wir die Stimme des Drängers im äußeren Hofe, dort waren sie durch das Gewölbe meines Schwagers muhrr Wolf, sein Licht leuchte, eingedrungen, sie kamen in die Zimmer im 1. Stock, wo meine Wohnung war, fanden niemanden vor, nur die Gegenstände, nahmen sie mit und alles zerbrachen sie. Als wir das Geschrei des Bösewichtes und Feindes im äußeren Hause hörten, ergriff uns Schrecken; kaum war eine Stunde vergangen, da näherten sie sich dem Hause, indem wir verborgen waren und führten gewaltige Schläge gegen die Türe eines Zimmers. Da beschlossen wir ihnen das Haus zu öffnen, denn wir dachten, wenn wir nicht öffnen und sie mit Gewalt eindringen, da werden sie noch wütender sein; sie öffneten die Türe, wir beten zum Gott des Himmels, da liefen vier von den Verderbern, den Husaren, uns mit gezückten Schwertern ins