Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 382)
- Language
- German
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367 Vorhang und den /Überhang, sie schnitten den Belag der heiligen Lade ab, sie nahmen die Rolle der göttlichen Lehre und alle heilige Bücher, die Bösewichter vergingen sich an ihnen, sie waren zum Spott und Gelächter in ihren Augen, sie ließen ihren Zorn aus an der Rebe, sie erhoben ihre Stimme im Hause Gottes, sie entweihten den heiligen Namen, sie verderbten und hauten ganz ab das Horn Israels. Da sprachen wir zu uns, vielleicht wird Gott uns Gnade erweisen, daß der Zorn sich lege, wenn die Nacht eintritt, nach der Regel bei Plünderungen, wo genau die Dauer der Plünderung vorausbestimmt war. Als sich bei Eintritt der Nacht der Sturm des Mittags gelegt hatte, kamen wir aus unseren Verstecken, und schauten aus den Fenstern, ob die Wellen des Meeres sich beruhigt hatten, da sahen wir, daß die Haustore offen standen und viele Knechte von den Weingärtnern und Ackerbauern mit brennenden Fackeln in die Häuser gingen und nach dem, was die Heuschrecken übergelassen, suchten; sie luden alles, was Wert hatte, auf ihre Schultern, bei den Kindern Israel war aber tiefe Finsternis, denn in ihrem ganzen Gebiete war kein Licht zu sehen, denn sie fürchteten sich, sie gingen im Verborgenen und schlichen insgeheim. In dieser Nacht floh uns der Schlaf, finster wurde das Licht unserer Augen, nichtig unsere Hilfe. Gott leuchtete unseren Feinden, es ging an uns in Erfüllung „bei Tage tappen sie in Finsternis, in der Nacht harren sie auf Licht, doch es ist keines44, wir tranken den Becher des Schreckens, unsere Feinde siegten, unser Gebet blieb verschlossen, auch wenn ich schreie und flehe, denn wir haben viel gesündigt. Nach ein oder zwei Stunden begannen die Hammerschläge immer stärker in denjenigen unserer Häuser, wohin sie am Tage nicht gelangt waren, da gingen die Plünderer in die Gassen der Stadt und den Markt, der Tendelmarkt genannt wird, in dem alle Waren der Juden und ihr Vermögen ist, es sammelten sich zu ihnen auch von den Stadtbewohnern und viele von den Besitzern der Häuser, in denen die Waren lagerten und erbrachen, obwohl die Läden fest verschlossen waren, die eisernen Riegel und ehernen Schlösser, die Soldaten brachen zwei, drei Breschen und die Stadtleute rafften durch sie zusammen, die abtrünnigen Schlächter übten argen Verrat. Es kauften die Städter ein Haus voll Waren um ein geringes Geld, 10 oder 20 fl., von den Soldaten, damit die Sache nach den Soldaten benannt werde, (die Plünderung