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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 381

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 381)
Language
German
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IRI
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366 Jakobs verderbe, denn ausgegangen war das Verhängnis von Gott, gelobt sei Er, die unglücklichen Juden hörten das Dröhnen der Schüsse, da ergriff sie Schrecken, ihre Gesichter wurden blaß und grün, ihr Herz zitterte wie die Bäume des Waldes im Sturme; Gott aber brachte den Ostwind über uns, einen Wind, der das Strafgericht brachte, er ließ uns trinken Giftwasser. Giftige Schlangen kamen und warfen ihr Gift in die furchtbaren Völker, das ungarische Volk, und schlössen sich ihnen an wider das Haus Jakob und plötzlich wurde das Tor eingeschlagen mit starken Schlägen, durch Schüsse, mit Holzhackeräxten und eisernen Stangen. Die Wächter verließen ihre Wache, und von ihnen schlössen sich auch unseren Feinden an, gegen uns zu kämpfen, sie hatten eine Sprache und einerlei Rede, zu verzehren Jakob und seine Wohnstätte, uns lebendig zu verschlingen wie der Abgrund. Als die Zerstörer Bresche über Bresche geschlagen hatten, wurden die Tore gesprengt und es kommen die furchtbaren Völker, „die Pathrusim und Kaßluchim" mit ungeheueren Lärm und Stampfen der Pferde, wie wenn Wasser zusammen stoßen, gewaltige Fluten sich ergießen, da gewann der Feind die Oberhand, „der Vorhang Judas wurde geöffnet". Bs war großes Geschrei, wie beim Freudenfeste am Tage der Ernte, in den überfüllten Straßen, wie das Wogen der Meere wogten sie; bei der Tochter Judas war viel der Klage und des Jammers, der Feind kam und verderbte das Erbe Israels, sie traten hinzu und zerschmetterten die Haustore und Fenster, verwüsteten die Stadt, plünderten und raubten, vergossen unschuldig Blut, sie verwundeten und verletzten, da schlug der mizrische Mann den Israeliten, weil wir uns gegen Gott versündigt hatten und „das Gerade verkehrt hatten4'. Und es ward dichte Finsternis für Israel, sie tappten wie Blinde an der Mauer, sie füllten ihnen ihre Säcke, sie gaben ihnen Silber und Gold und ihre Kostbarkeiten, nur um ihr Leben zu retten, es war eine Zeit der Bedrängnis für Jakob. Was taten diese Unreinen! Sie brachen viele Breschen in die Heiligtümer Gottes, das sind die kleinen Heiligtümer, die vier herrlich gebauten Synagogen, die Altschul, die Neuschul, die Grossenhofschul und die Meiselschul, auch den Frauenraum in der Altneuschul. Sie schleppten hinaus alle Geräte des Gotteshauses, die Leuchter mit ihren Blüten und Knospen und Blumen, vom Gold und Silber, das darin war, ließen sie nicht das Geringste zurück, sie nahmen den heiligen

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