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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 380

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 380)
Language
German
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IRI
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365 daß man wußte, warum und wozu. Der Feldherr befahl den Juden ihm 3000 fl.74) zu bringen, täten sie dies nicht, werde er ihr ganzes Hab und Gut den Soldaten preisgeben, da fehlte es an Rat, denn wir wollten seine Habgier nicht befriedigen, so waren wir in arger Sorge. Am Mittwoch, den 20. d. M. (25. November), hörte man, daß für den nächsten Tag, für Donnerstag der Befehl des Königs kommen werde, die Stadt zu verlassen, da zogen wir durchs Tal der Tränen. Die Juden baten die Vorgesetzten der Stadt, ja sie versprachen ihnen viel Geld, daß sie ihnen Wächter beistellen, die sie beim Abzüge der Soldaten schützen sollten, damit wir nicht seien, wie ein verlorenes Schaf zwischen den Wölfen. Da wir ein Geschenk vorausgeschickt hatten, beruhigten uns die Beamten und sagten, gehet in Frieden. Sie bestellten 100 Bürger, die Judengassen zu bewachen, da erstarrte unser Herz, demi wir trauten ihnen nicht, weil wir ihren Haß gegen uns kannten. Der Kommandant verglich sich mit der Gemeinde und tat uns nichts Böses. Donnerstag morgens wechselten die Wachen, da sammelten sich die Kinder Israels und schrien zu Gott, denn wir fürchteten die Not des nächsten Tages, da der „Amalekite und Kanaanite morgen im Tale sitze". Als der Morgen anbrach, drängten die preußischen Soldaten, sie eilten, wegzukommen, gehört wurde die Stimme Jakobs in den Synagogen und Lehrhäusern, mit Selichoth und Gebeten zu Gott, gelobt sei Er, das Volk aß nichts, denn es war befohlen worden bis nachmittags zu fasten. Um die dritte Stunde kam das Gerücht, daß die Panduren den Strom Molt überschreiten wollen, ja vier von ihnen hätten ihn schon übersetzt, da erschrak das ganze Volk im Lager der Hebräer, ein jeder floh in sein Zelt und weinte, das Gebet wurde verwirrt, niemand ging auf die Straße, die Tore wurden geschlossen. Das preußische Heer zog aus der Stadt, sie teilten ihre Lager, und bevor sie noch alle die Furt überschritten hatten, schwammen ihnen die Ungarn nach und erreichten sie und bekämpften sie mit Macht; die Stadtleute und Panduren schössen mit Pfeilen und Wurfgeschossen auf sie, sie schleuderten Steine auf sie, schütteten heißes Wasser über sie und verfolgten sie, wie es Bienen tun, bis Choba,75) das ist Schuld, nämlich Schuld der Juden; wie uns von Juden erzählt wurde, die im Lager der Ungarn waren, wurde der Anführer der Panduren ermordet, den die Juden durch ein Geldgeschenk für sich gewonnen hatten, daß er nicht das ErbG

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