Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 373)
- Language
- German
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358 Krankheit zog sich bis nach Pessach hinaus. Im Monate Ab (August 1748) erbarmte sich der barmherzige Vater unser und unseres Bestes, unsere gnädige Herrin, Kaiserin, ihre Herrlichkeit werde erhöht, erwies sich uns über Bitten der Herren Statthalter, ihre Ehre werde erhöht, gnädig, es sollten die Mitglieder unserer Gemeinde Prag, die in allen 4 Enden der Erde und der Provinz zerstreut waren, wieder an ihren früheren Wohnsitz zurückkehren dürfen unter der Bedingung, daß sie mit der Provinz Mähren und Böhmen gemeinsam alljährlich regelmäßig 300.000 fl. Steuer zahlen sollten. Alle Geschäfte und Handwerker, was immer und wer immer es sei, sollten sein wie früher und von altersher. Die Mitglieder unserer Gemeinde schickten 2 Abgesandte nach Wien, um sich mit der Provinz Mähren wegen der Steuern zu vergleichen. Wir taten es gemeinsam mit den Juden der Provinz Böhmen, durch die Vermittlung der Herren der Deputation waren die Häupter der Juden der Provinz zur Zeit in Prag.68) Wir, die Mitglieder unserer Gemeinde, mußten — es half kein Bitten — den Hauptanteil übernehmen, es entfiel auf uns eine so gewaltige Summe, daß die Gemeinde bei solchen Lasten und Steuern nicht bestehen kann. Die Herren von der Deputation losten aus den Namen, die die meisten unserer Gemeindemitglieder aufgeschrieben hatten, 15 Mann aus, je 5 von den Reichen, dem Mittelstand und den Armen, diese sollten die Reichen, die Mittleren und die Armen nach ihrem besten Wissen einschätzen, wer reich sei, wer ein Geschäft habe, jeden einzeln, hernach sollten sie es der Behörde übergeben, um die Worte dieser Leidensrolle zu erfüllen, danke ich Dir, o Gott. Hast Du mich auch gestraft, so wendet sich doch Dein Zorn, und Du tröstest mich. Mein Sieg und Sang ist Gott, er ward mir zur Hilfe, bald in unseren Tagen sprieße auf die Gerechtigkeit, uns zu trösten, wenn Gott zurückführt die Gefangenen Zions. Unsere Augen mögen es sehen, unser Herz sich dessen erfreuen, Amen. So sei es sein Wille.