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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 369

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 369)
Language
German
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IRI
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354 wüteten auch allerlei Krankheiten unter ihnen, Hitze und Fieber, bei alldem gingen unsere Gemeindemitglieder ständig in die Stadt ein und aus, um ihren Familien den Unterhalt zu bringen, morgens eine Meile in die Stadt, abends eine Meile aus der Stadt. Wollte ich einzeln die Schwere der Leiden und Wanderungen unserer Brüder in der Verbannung ohne Nahrung und Erwerb aufzählen, es würden viele Bogen nicht ausreichen. Bei alldem entfernten sich viele nicht von der Stadt, auch die, die der Hilfe fern waren, denn aus ihrer großen Liebe zu unseren Gassen, Synagogen und Lehrhäusern hofften sie doch auf die Hilfe Gottes, wenn sie sich auch verzögerte. So ging das Jahr 5505 zu Ende, und um unserer Sünden willen war uns noch nicht geholfen, und so beginne ich mit dem Jahre 5507. Am 17. Tischri (1. Oktober 1746), das war der Markttag der Prager Altstadt, schrieben unsere Feinde Gehässiges an den Hof der Kaiserin, auch an die Behörden der Stadt Prag, gegen unsere Gemeindemitglieder, daß sie am Markttage nicht handeln dürften und wollten die Erlaubnis der Kaiserin, daß wir am Markttage an allen Orten Handel treiben dürfen, aufheben, aber Gott vereitelte ihren Katschluß und ihre bösen Pläne, sodaß wir nicht nur die Erlaubnis hatten, Läden aufzustellen und an jedem Markttage Handel zu treiben wie die Kaufleute der Stadt und wie die Nürnberger Kaufleute in den Straßen Prags, sondern weil ihr Markt während des Sukkothfestes fiel, wo es den Juden verboten ist zu handeln, sollte gar ihr Markt erst nach unserem Feste beginnen und zwei Wochen dauern. Bis nach dem Markte hatten sie auch die Erlaubnis, die ganze Zeit über innerhalb der Stadtmauern zu übernachten und es dürfe sich deswegen kein Kaufmann über einen Juden beklagen; so geschah es auch. Sie stellten viele Buden in der längsten und breitesten Straße der Stadt auf, dem sogenannten Vögelmarkt, es kamen auch viele sehr Vornehme hin, um mit ihnen Geschäfte zu machen, ohne daß jemand dagegen redete. Von da ab übernachteten unsere Gemeindemitglieder den ganzen Winter in der Nähe der Stadt bis zum Sabbat, den 18. Tebet (1. Jänner 1747), da vertrieb man sie bis eine Meile von der Stadt. In jenen Tagen kam ein Erlaß, man solle angeben, wie viele Gemeindemitglieder seien, die Zahl ihrer Seelen, womit sie sich ernähren, die Summe aller Steuern und aller Ausgaben, die sie das ganze Jahr haben, niemand wußte zu welchem Zwecke. Von da ab fanden wir keine Heilung für

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