Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 367)
- Language
- German
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352 Rest der Tochter Judas sich hier niedergelassen. Donnerstag nachts, den 8. d. M. (28. April), fielen plötzlich einige Häuser in unserer Gasse ein, gegenüber der Pinkasschul, sie wurden zu wüsten Steinhaufen. Dies ist ein überzeugender Beweis, der die Zähne der Bösewichter stumpf macht, die die Anordnungen des Gottes Israels lästern, indem sie behaupten, er habe die Tore und Fenster des Himmels vor uns verschlossen, geschlossen die Pforten seiner Barmherzigkeit, gelobt sei Er; denn Ihm, gelobt sei Er, war der Einsturz der Häuser offen und bekannt, wäre nicht die Vertreibung gewesen, wären viele mit ihren Familien geworden wie die Männer Sarons, so aber war niemand im Hause und es ergoß sich sein Zorn über Hölzer und Steine. Das ist eines der Wunder, der hunderte und tausende, die wir mit unseren Augen sahen, die anderen Wunder, ihre Gründe und ihr Sinn, wer steht beim geheimen Ratschlüsse Gottes? Der, dem ein Wunder geschieht, merkt es nicht. Und siehe, die meisten unserer Gemeindemitglieder siedelten sich mit Gottes Hilfe wieder hier an, dem Vernehmen nach ohne Wissen der Kaiserin, aber die Vornehmen der Stadt und besonders unser gütiger Herr, Philipp Kolowrat, seine Ehre werde erhöht, erbarmten sich über das in Kälte und großem Froste zersprengte Lamm. Weil aber jeder einen roten Zettel mit seinem Siegel hatte und die Zahl der Zettel unseren Feinden bekannt geworden war, darum wurden alle diese Zettel zurückgegeben und ihnen andere grüne gegeben, auf einem Zettel wurden jetzt mehrere Personein geschrieben, weil er sah, daß die ersten Zettel nicht ausreichten und er nicht mehr ausgeben durfte. Gott verlängere seine Tage mit allen Fürsten und Gütigen (gütigen Fürsten). Am Dienstag, den 19. d. M. (10. Mai), kam der Erlaß der Kaiserin, geschrieben und gesiegelt von der Regierung, ihre Herrlichkeit werde erhöht, am verflossenen 5. Jänner für alle Bewohner des Königreiches, wer immer es sei, von Jung und Alt, Kinder und Frauen, Juden und Nichtjuden, von Geistlichen und Herrscher bis zum Knecht und der Magd hinter der Handinühle.61) Es entstand große Bestürzung, bis sie dies abwälzten und die große Last von ihrem Halse erleichterten und den Adeligen und Reichen der Stadt aufbürdeten; uns befahlen sie aber, daß jeder, selbst ein neugeborenes Kind binnen 3 Wochen 2 f 1. rh. zahlen müsse; jeder, der dies nicht tue, werde mit dem 4—5fachen Betrage bestraft, sowohl unsere Brüder im Exil, als auch die