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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 356

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 356)
Language
German
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IRI
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341 stadts und Umgebung, Gott zahle ihnen ihren Lohn. Dieser Tag ist zur Trauer und Klage und Anlegen von Sack bestimmt, nach den vielen bösen Bedrängnissen und Mühsalen, die uns getroffen bei der Zerstörung unserer heiligen Gemeinde und uns arm und aller Mittel bar hingestellt, kam dieses Unglück, schwerer und größer und doch weit ungewöhnlicher als alles, denn wir hörten an diesem Tage (das Zeichen des Jahres ist „all ihre Freunde wurden treulos gegen sie, wurden ihr zu Feinden4451) durch einen Beamten, daß unsere Feinde, die Bürger und Kaufleute — unter dreien — erzittert die Erde, Sasek, einer von den Batsmännern, der Kaufmann Labier und der Kaufmann Glaser (ihr Zeichen ist S. g. I.,52) diese drei bösen Hunde feindlich gegen uns geschrieben und Falsches mit ihrem Munde verbreitet und die Kaiserin und die Herren der Regierung veranlaßt hatten, uns zu vertreiben, und es durchgesetzt haben, daß in alle Provinzen ihres Königreiches Böhmen und Mähren Briefe geschickt wurden, alle Juden von dort zu vertreiben, von jung bis alt, Frauen und Kinder binnen 5 Monaten, unsere Gemeindemitglieder aber binnen 5 Wochen. Nach Ablauf dieser Frist sollte in diesen Ländern kein Jude gesehen oder gefunden werden, der erwähnte zeigte diesen Erlaß unseren Vorstehern, da erschraken die Tausende und Zehntausende des Restes von Juda, es blieb in keinem mehr Mut und auch die tüchtigsten Leute fanden sich nicht mehr zurecht, denn wer kann bestehen bei einem so allgemeinen Verhängnis, das alle in gleicher Weise betrifft, sie aus ihrem Geburtslande zu vertreiben, aus den Straßen unserer Gemeinde, die zur Zeit der Zerstörung des Tempels gegründet worden war, zur Ehre und Herrlichkeit Israels und der ganzen Verbannung, einzige Tochter ihrer Mutter, eine Mutterstadt in Israel, an Thora und Größe, Straßen voll des Guten, Häuser groß und geräumig, gebaut aus gehauenen Steinen. Wer will schildern die Pracht unserer Synagogenbauten, unserer Lehrhäuser, ihre hohen Paläste, unvergleichlich hoch gebaut aus Marmorsteinen, unser Rathaus mit dem Turm Davids, ein Bau, dem alle sich zuwenden und unsere auserwählten Gräber, wo der Anteil des Gesetzesgebers begraben und verdeckt ist, tausende von Männern der Tat, Fromme, Asketen, gewaltige Rabbiner, gefeierte Gaonim ohne Zahl, wer will den Staub Jakobs zählen; dann die Marktplätze, den bedeutendsten, den Tandelmarkt Wenn jemand sein ganzes Geld dafür geben

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