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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 354

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 354)
Language
German
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IRI
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339 wurden die Frommen des Höchsten, mein Herz, mein Herz über ihre Erschlagenen; wem kann ich dich vergleichen, Versammlung Jakobs, Ruhm Israels, vollkommen in Schönheit, Wonne der ganzen Erde, die sie mit ihrem Ruhme erleuchtete. Früher war dies eine Mutterstadt in Israel, keine Stadt erhob sich über sie an Thora und Reichtum, von allen vier Enden der Erde ging man unseren Lehrern nach, in die Tore des Hauses, ausgezeichnet durch Gesetzesstudium, unsere hohe Schule und jetzt ist sie tief herabgesunken, auf die tiefste Stufe, darum weine ich, auf den Bergen erhebe ich Klage und Trauer, bis ich das Ende ersehe, daß wieder zurückkehren unsere Richter und Ratgeber wie früher. Von dem Tage der Plünderung an blieben lange Zeit alle Tore unserer Stadt verschlossen, nur das kleine und das obere Tor war offen, bei starker Bewachung; keiner aus unserer Gemeinde ging hinaus, aus Furcht vor den Soldaten, die uns auflauerten, auch aus Scham, weil man uns ob unseres Aussehens verlachte, niemand von uns hatte einen Mantel um die Schulter, ein Tuch um den Hals, viele auch keinen Hut auf dem Kopfe, nur verhüllt wie Trauernde, schweren Hauptes, unser Antlitz war geschwärzt, wie der Boden des Kochtopfes, einerlei ob vornehm oder niedrig, auch wurden uns keinerlei Lebensmittel gebracht, man ließ niemand von den Einwohnern der Stadt in unsere Gassen. Am heiligen Sabbat, dem Neumond des Tebeth (6. Dezember) kam ein Graf von der Statthalterei hieher, der gnädige Graf Kolowrat, seine Herrlichkeit wachse, der lange Zeit nicht hier gewesen war, als Beamter über die Reste der großen Versammlung, er war immer gütig gegen uns gewesen. Der Vorsteher R. Wolf L. Sch.49) ging zu ihm, er empfing ihn, war voll Erbarmen über uns und versicherte uns alles Guten. In jenen Tagen waren auch andere heilige Gemeinden der Provinz zur Beute und Plünderung, darunter Raudnitz und Leipa,50) in letzterem töteten sie 30 Personen, darunter auch den dortigen Rabbiner, den Märtyrer, Gott räche sein Blut. Auch am 2. d. M. (7. September) entstand Angst und Schrecken, als ein großes ungarische Heer ankam und das Gerücht umging, daß sie Böses planen, aber sie taten uns nichts. Auch am nächsten Tage erfaßte uns Furcht und Zittern, weil viele unserer Feinde ihre Augen auf die prächtige Zigainersynagoge und die Gassen ringsum richteten, die am Tage des Grimmes nicht geplündert worden waren; durch das Eintreten

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