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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 353

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 353)
Language
German
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IRI
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338 saßen in allen zerstörten und verwüsteten Häusern und zündeten große Feuer an, sodaß alle Gassen voll Rauch wurden, alle Balken und Häuser verbrannten sie, bei alldem gab es für uns keine Stunde ohne Unglück, keinen Augenblick ohne neues Mißgeschick, denn wiederum erhoben sich einige tausende gegen uns und „hätte der Herr der Heerscharen uns nicht einen Rest übergelassen u. s. w.". Kein Jude kehrte in sein verwüstetes Haus zurück, dort zu wohnen, wir waren 30—40 Personen in einem Zimmer im dritten oder vierten Stocke oben. Reich und arm, für alle galt ein Maßstab, in der Sabbatnacht vergaßen wir des Guten, unsere Seele entbehrte des Friedens, das ist das Anzünden des Lichtes,46) die meisten unserer Gemeinde hatten keine Speisen, nicht einmal ein wenig Brot, geschweige denn andere Sachen, viele saßen und lagen auf dem Boden ohne Decke und Polster, gingen barfuß und mit bloßer Scham, ohne Kleider, denn man hatte keinen Menschen geschont, selbst die Schuhe hatte man ihnen abgezogen. Wir gingen nicht in die zerstörten verwüsteten Synagogen, voll von Trümmern der Tische, Stühle, Bänke, zerstreut und hingeworfen auf den Fußboden. In der Nacht befahl der Feldherr Kalnoki,47) „der Blutegel, der zwei Töchter hat, die sprechen, gib, gib"48) und Schimschai, der Sohn Hamans, den sie über unsere Gemeinde gesetzt haben, daß unsere Gemeindemitglieder ihm sofort tausend Speziesditkaten geben sollten, anderenfalls würde er seinen Truppen befehlen, nochmals zu plündern, darum wurde es ihm auch — durch große Abgaben aufgebracht — noch in dieser Nacht eilends gegeben. Am nächsten Tage, dem heiligen Sabbate, überfielen die Plünderer den Tandelmarkt und der ganze Pöbel plünderte uns aus, buchstäblich wie der Ochs das Grüne abfrißt, alle Türen, Tische und Sessel zerbrachen und zerstörten sie. O Himmel, warum sind wir unterschieden von allen Völkern und Zungen, daß Er, gelobt sei Er, solches über uns verhängt hat und warum ist diese Nacht unterschieden von allen Nächten. Wenn ich alles Unglück erzählen wollte, das uns betroffen, würden viele Bogen nicht ausreichen. Welches soll ich beklagen, welches beweinen, die Zerstörung unserer Gemeinde, der trauernden, verwüsteten, geplünderten, vernichteten, oder die Zerstörung unserer Synagogen, oder die Beraubimg der Lade Gottes, das Zerreißen vieler Thorarollen in kleine Stücke, oder die Auslieferung deines Volkes Israel dem Schwerte, daß frevelhaft ermordet

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