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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 350

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 350)
Language
German
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IRI
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335 Holzstücke. Viele von uns stiegen auf die Dächer und Dachböden und nahmen die Leiter der Stiege unter sich weg. Um Mittag versammelte sich unzähliger niedriger Pöbel, Männer und Frauen, klein und groß, vom Holzfäller bis zu dem Wasserschöpfer, die von uns leben „die dich niederreißen und zerstören stammen von dir", sie kamen mit Wagen und Körben, einige auch mit Schwertern und Speeren, Gewehren und Äxten, Beilen und allerlei Waffen; sie brachten 7 Panduren mit in das Haus des Vorstehers R. Simon Frankel. Sie schrien, da schaute er zum Fenster und warf ihnen 25 Dukaten zu, damit waren sie zufrieden und gingen. Aber der Pöbel hetzte sie auf und redete ihnen zu, bis er sie verarilaßte, an 200 Panduren in die Tore unserer Gassen zu bringen; diese zerbrachen die Tore und schössen mit Gewehren und Äxten, tausende und zehntausendemal unter Donner und Blitz in die Häuser und Fenster, genau so, als ob sie aus den großen Geschützen schießen würden. Wer dort stand, wurde getötet oder beschädigt, bis sie alle Häuser und Tore zerstört und vernichtet hatte. Dann stürmten sie voller Wut mit erhobenen Armen und starker Hand herein; es stellte sich ihnen niemand entgegen, weil niemand im Hause war und es ging an uns in Erfüllung: „was ist dir, daß du ganz hinaufgestiegen auf die Dächer und die Zarte unter dir und die Verwöhnte, die nicht versucht, ihren Fußballen4' etc. Viele Kranke, auch Wöchnerinnen mit Kindern unter 3 Tagen, die in großer Bedrängnis auf dem Dachboden lagen, nahmen 24 Stunden nichts in den Mund, auch sahen ihre Augen keinen Schlaf, weil es an Decken und Polstern fehlte, und aus großer Angst und Furcht und Zittern und Beben, das sie erfaßte. Die Männer, die zum Scheine unsere Freunde waren und unsere Soldaten, auf die wir vertrauten, waren uns zu Feinden, sie selbst und der übrige gemeine Pöbel verschworen sich zu einem Bunde der Treulosen mit den Husaren und sprachen: „Kommet, wir wollen sein ein einig Volk und gegen die unglücklichen Juden ziehen und sie ausrotten, daß sie aufhören ein Volk zu sein etctl, es kam keiner von den Bürgern,, ihnen zu wehren. Sie gingen von Zimmer zu Zimmer, oben und unten, in allen Kellern, sie raubten und plünderten allen Besitz und Hausgerät, Silber und Blei, Polster und Decken,, alle Art Speise und Trank und Waren, besonders in der Hauptkassa unserer Gemeinde für die Steuern wüteten sie- und zerstörten alles, zerbrachen die beiden eisernen Türen

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