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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 348

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 348)
Language
German
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IRI
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333 Truppen hier aus Furcht vor den Österreichern. Am nächsten Tage war außerhalb der Stadt ein Kampf zwischen ihnen; es kam ein Abgesandter wie üblich mit Trompeten und verlangte die Übergabe der Stadt. Am Donnerstag, den 14. d. M. (20. November) zog ein großes mächtiges Heer von hier, selbst die Wachmannschaften, nach Königsaal. Unterwegs trafen sie einige Spione von den Leuten der Stadt mit verschiedenen Briefen; sie stellten hier viele große Geschütze auf und trafen große Vorbereitungen. Am Donnerstag, den 15. d. M. (21. November) schickten sie eine starke Truppe in alle Teile unserer Stadt und auch in unsere Gemeinde 15 Mann, um die Zahlung dessen zu erzwingen, was man ihnen auf ihre Anforderungen bei ihrer Herkunft noch schuldig geblieben war, am darauffolgenden Sabbat schickten sie noch mehr, auch vermehrten sie noch ihre Geschütze und verderbenbringenden Geräte in jeder Ecke und jedem Winkel. Angst und Bangen erfaßte uns, denn wir wußten nicht, was das für Zweck und Bedeutung habe, viele meinten, daß sie gezwungen seien abzuziehen, und vor ihrem Abzüge die ganze Stadt vernichten wollten, viele von uns brachten ihren Besitz aus dem Tandelmarkt in die Judenstadt. Am Sonntag, den 17. d. M. (23. November) schickten sie uns noch eine starke Truppe, die in Eile und großer Hast kam, fast wäre unsere Seele entflohen, da wir meinten, sie seien gekommen, uns lebend zu verschlingen, sie streckten ihre Hand aus nach einem Teile der Beute in unseren Gassen und am Teinmarkte. Am nächsten Tage hörten wir, daß die Preußen schwere Kämpfe zu bestehen hatten, sodaß sie übereingekommen waren, von hier wegzuziehen, sie schickten noch eine starke Abteilung in unsere Gassen, ihnen eine große Summe als Reisezehrung zu geben, die sich auf die Häuser der Vornehmsten und Angesehensten verteilte, bis man ihnen 4000 Gulden erlegt hatte. Am nächsten Dienstag und Mittwoch machten sie große Vorbereitungen zu einem Abzüge, sie verkauften alle ihre Gebrauchsgegenstände, um sich die Last für die Reise zu erleichtern. Das Wort „Heil dem Manne, der stets in Angst lebt, wer aber halsstarrig ist, stürzt ins Unglück", haben wir an uns selbst wahr gemacht Weil derzeit die meisten Beamten der Stadt abwesend waren, versuchten die Gemeindevorsteher und hervorragenden Einzelpersonen vor der Wunde noch das Heilmittel zu besorgen und baten die Häupter der Bürger, über uns zu wachen und

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