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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 347

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 347)
Language
German
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IRI
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332 Plünderung;42) in diesen Tagen wurde auch die Stadt Budweis erobert, die von den Österreichern so befestigt worden war, daß sie ihnen ein fester Hort war. Am Dienstag, dem Neumond Cheschwan (7. Oktober), wurden wir gewarnt, sehr auf der Hut zu sein, da der Pöbel sich gegen uns verschworen habe. Wir hielten die ganze Nacht scharfe Wache und zündeten in allen Ecken und Winkeln Feuer an, und ihr Anschlag wurde gottlob vereitelt. Am Donnerstag gegen abend versammelten sich alle, die (gezwungen) den Sabbat und die Festtage durch den Bau der Festung und andere Arbeiten entweiht hatten, in den Synagogen, um ihre Sünden zu bekennen, sie beteten viel und weinten so, daß es weithin gehört wurde, einer stand auf dem Almemmor und hielt eine erschütternde Rede. Sie begannen noch bei Tage mit dem Fasten,43) der nächste Tag war für uns alle von jung bis alt ein großer Fasttag, war sagten Selichot und Tehillim, in allen Synagogen widmete man freiwillige Spenden für Arme und Bedürftige und für die Opfer der am Tage des Grimmes vom Schwerte geschlagenen, die noch am Schmerzenslager lagen. An diesem Tage hetzten unsere Feinde die Feldherren aufr von uns 4000 Gulden als Quartiergeld zu erzwingen, man schickte uns eine Exekution, diese kehrte aber wieder mit leeren Händen zurück, da sie die Absichten unserer Feinde erkannt hatten.44) Am Freitag, den 10. d. M. (16. Oktober), schickten die österreichischen Truppen zu den Preußen und ermahnten sie, ihnen die Stadt Tabor zu übergeben; als dies verweigert wurde, zogen sie mit 8 großen Geschüzten hin, und eroberten sie am 19. (25. Oktober). Am Donnerstag, den 17. Oheschwan (23. Oktober), wurde die Stadt Budweis durch den Obersten Baron Trenk und seine Truppen eingenommen» Am Mittwoch, den 6. Kislev (11. November) kam eine kleine Abteilung nach der jüdischen Gemeinde Lieben und zwang sie, 12 Dukaten Spezies zu geben, von diesem Tage kamen alle Juden aus der Umgebung der Stadt hierher. In der Nacht des heiligen Sabbat, den 9. d. M. (14. November), herrschte große Verwirrung, weil eine starke Truppe vom österreichischen Lager kam. Sie hatten schon Leitern angelegt, um hereinsteigen zu können, und es bedurfte mehr als 20 Schüsse der großen Geschütze, bis sie vertrieben wurden. Sonntag, den 10. d. M. (15. November), befahl man uns, allen Hafer, den wir hatten, für die Pferde abzuliefern.45) Mittwoch, de?i 13. d. M. (18. November) floh der Schlaf alle

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