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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 346

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 346)
Language
German
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IRI
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331 18.000 Gulden zu zahlen,40) ferner täglich 3000 Mann zu den Schanzarbeiten und sonstigen Arbeiten zu stellen, darunter von unseren Gemeindemitgliedern 600. Jedoch die Arbeit war zu schwer, es fehlte die Kraft dazu, denn seit langer Zeit mußten wir uns abmühen, ohne daß uns Ruhe gegönnt worden wäre, wir waren schwach wie Weiber, und so trafen wir, trotzdem alle Kassen leer und Geld sehr selten war, mit ihnen ein Abkommen, ihnen an Stelle der Arbeit täglich 50 Gulden zu geben. Arme unserer Gemeinde, die sich beim Kaufe von ihnen etwas hatten zuschulden kommen lassen und ins Gefängnis gesetzt worden waren, mußten wir auslösen. Am Simchas Torah befahlen sie uns, ihnen binnen weniger Tage 40.000 Gulden zu geben, am Donnerstag, den 19. d. M. (25. September) kamen wieder Briefe mit der Post, aber nur an diesem Tage, was schon lange Zeit vorher und auch nachher nicht geschah. Am nächsten Tage zogen fast alle Truppen, die vor dem Korntore lagen, ab, die meisten Stadttore wurden gesperrt, außerhalb der Stadt rings um die Weinberge waren große Brände. Am Sabbat, den 20. d. M. (26. September) befahl man in allen Gassen auszurufen, es solle niemand glauben, daß er die Stadt und die Provinz für sich erobern wolle, sondern für Kaiser Karl VII.; er ließ die Bewohner der Stadt dem Kaiser Treue schwören. Am Mittwoch, den 24. d. M. (30. September) wurden alle auf dem Roßmarkt aufgestellten Geschütze auf die Schanzen und zu den Stadttoren gebracht, einige Tage lang wurden viele Wagen mit Schießpulver und Kugeln mit Pech und Schwefel hin und hergeführt, aus Furcht vor den Truppen, die in der Nähe der Stadt herumstreiften. Man brachte auch viel Bind und Kleinvieh her und zwang die Bewohner, auch unsere Gemeindemitglieder, sie um teueres Geld von ihnen zu kaufen41) und nichts zu schlachten, bis ihre Rinder verbraucht seien. Unsere Fleischer wurden gezwungen, sich unentgeltlich mit ihnen zu beschäftigen. Am Donnerstag wurde befohlen, daß jeder Einwohner, auch jeder aus unserer Gemeinde, der Hafer habe, es ihnen anzeigen müsse. Am Freitag, den 26. d. M. (2. Oktober) schickten die Juden von Kolin uns die Nachricht, )daß alle unsere Brüder in der Provinz durch die herumstreichenden Husaren in großer Bedrängnis seien, an diesem Tage hörten auch die Juden von Lieben auf hierher zu kommen und baten, ihnen Soldaten zu senden. Die Gemeinde Brandeis ward zum Raube und

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