Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 337)
- Language
- German
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322 IL Teil des Buches: tgereth Machalath. Darin wird erzählt von dem gewaltigen Kampfe der Kaiserin von Österreich und Böhmen und ihres Verbündeten Polen mit dem Könige von Preußen, von der zweimaligen Eroberung der Stadt Prag und von dem, was uns, den Mitgliedern der Gemeinde, zugestoßen, der Gemeinde, die einst eine Mutterstadt in Israel gewesen, es gab keine Stadt, die an Thora und Größe höher gestanden wäre und wie tief sie gesunken, von der stolzen Höhe in die tiefe Grube durch die verschiedenen Abgaben, wie sie preisgegeben war der Vernichtung und der Plünderung und viele Fromme und Heilige des Höchsten getötet wurden zur Heiligung seines Namens, gepriesen sei er, das letzte und schwerste aber, wie sie ganz, vertrieben wurde und all ihr Glanz von ihr wich, die Weisen der Hochschulen, die Frommen, die Prediger, die Vorsteher und Führer, die Vornehmen und Wohltätigen, die Armen und die Dürftigen von klein bis groß. Wie saß allein die Stadt, einst reich an Volk und reich an Wissen, blieb sie übrig, wie eine Hütte im Weinberge, wie ein Wächterhaus im Kürbisfelde, wie eine belagerte Stadt. Mein «Zelt ist geplündert, meine Stricke sind abgerissen, meine Kinder sind von mir gegangen, sie sind nicht da. Der Barmherzige sammle die Schäflein, wie ein Hirt seine Herde, und erneuere unsere Tage wie ehedem, bald in unseren Tagen, so sei es sein Wille. In jenen Tagen, als die Stadt Prag und die Provinz, erobert wurden und wieder unter die Herrschaft der Kaiserin,, ihre Herrlichkeit wachse, gekommen waren, war in Böhmen und seiner Umgebung Ruhe obwohl die gewaltigen Kämpfe zwischen ihren Heeren und ihren Verbündeten England und Holland einerseits und dem Kaiser Karl VII. und den ihm verbündeten Heeren Frankreichs andererseits in Italien, Niederland und am Rhein noch andauerten. Das Joch der Geldabgaben lastete schwer auf uns, wir waren ohne Nahrung und Erwerb, selbst um einen Pfennig, weil wir in der Not der Zeiten immer tiefer sanken, viele von den Reichen kamen ganz herunter, aber wir hofften auf Frieden, doch siehe nur Schrecken, denn plötzlich kam ein Gerücht, Neuigkeiten, die aus der Nähe kamen, von außerordentlichen Ansammlungen, großen Kriegslagern des Königs von Preußenr d. i. Brandenburg, nur wußte man nicht, welches Land zer-