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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 336

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 336)
Language
German
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IRI
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321 men, nach dem Wortlaute der Ubereinkunft. Die Juden sagten beim Morgengottesdienste das große Hallel30) wegen der vielen Wunder, die ihnen der Heilige, gelobt sei er, buchstäblich alltäglich und allstündlich erwiesen. Beim Minchah- Gebete machte man in der Altneu- und Maiselschul unter Zuziehimg aller Vorbeter und Sänger mit Musikinstrumenten einen Mischeberach31) für unsere Herrin, die gnädige Kaiserin Maria Theresia, ihre Herrlichkeit werde erhöht; Gott — gepriesen sei er — gebe ihr in Zukunft Segen und Erfolg bei all ihren Unternehmungen, all ihre Feinde mögen unter ihren Füßen fallen. Alle Gemeindemitglieder riefen mit lauter Stimme Amen. Die Stadt war froh und lustig wie am Purim, man dankte, pries und lobte Gott, daß er so reiche Gnade erwiesen denen, die ihn fürchten und die gnädige Herrin, die Kaiserin Maria Theresia gerettet habe aus der Hand aller Feinde, die sich gegen sie erhoben hatten, und der alle Bewohner der Stadt gerettet hat und unsere Gemeinde imd die unter der Herrschaft der Kaiserin, ihre Herrlichkeit wachse, zerstreuten Gemeinden. Darum schrieb ich zur Erinnerung all dies nieder, damit man sich ständig freue, am Mittwoch, den 6. Tewes und das Lob Gottes anordne, wegen des großen Wunders, daß er uns aus Finsternis zum Licht, aus Tod zum Leben geführt und wäre dieses Wunder nicht außerhalb Palästinas geschehen, wo man kein Danklied sagt, wäre es wert, seinetwegen das Hallel zu sagen.32) Ein jeder lobe und danke Gott, wenn er dies liest und lerne daraus, wegzuziehen, aus einem Lande und gar aus einer Stadt, wo Krieg herrscht und gar, wenn zu befürchten ist, daß der Ort, Gott behüte, in Belagerung gerate, da ziehe man ohne Verzug mit seiner Familie weg; wenn nicht, ist man selbst an seinem Tode schuld, denn es ist unmöglich, all die stündlich und augenblicklich drohenden Gefahren zu beschreiben und es ist verboten, sich auf Wunder zu verlassen. Unsere Weisen — gesegneten Andenkens — sagen schon, in der Gefangenschaft sind alle Leiden enthalten, und er bete für das Leben unserer Herrin, der gnädigen Kaiserin Maria Theresia und das ihres Gemahls, des großen Herzogs aus dem Königshause Lothringen und ihrer Kinder, ihre Herrlichkeit wachse, daß sie lange regiere und ihre Kinder und das ganze Haus Österreich, seine Herrlichkeit wachse bis in Ewigkeit. In ihren und in unseren Tagen möge Juda und Israel erlöst werden und sicher wohnen und für Zion der Erlöser kommen. Amen, so sei es sein Wille! 21

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