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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 326

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 326)
Language
German
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IRI
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311 in die Stadt geworfen, die auch Brände an den Bauten und den Weinbergen außerhalb der Stadt stifteten. „Diese mit Wagen und jene mit Rossen, wir aber wollen den Namen des Ewigen, unseres Gottes anrufen." Wir beteten viel, sagten Selichoth, Owinu Malkenu, Tehillim, hunderte von Gelehrten und Lehrern beteten unter bitteren Tränen mit zerrissenem zerknirschtem Herzen, man ging auch auf die Gräber der Frommen, daß sie für uns eintreten und vor dem Höchsten Fürbitte einlegen, daß er die Leiden von uns abwende, denn rings um Jakob hat er seine Feinde entboten, es sei sein Wille, daß die Schmach unseres Herzens entfernt werde, so sei sein Wille. Montag, den 29. Menachem (29. August) befahlen die Franzosen, daß niemand bei Gefängnisstrafe von 6 Uhr abends bis 6 Uhr früh auf die Straße gehe; an diesem Tage wurde ein Strich Brotmehl um 20 fl., feines Mehl um 30 fl., Hülsenfrüchte um 15 fl., ein Gansschlegel um 1 f 1., ein „Belek" um einen Reichstaler verkauft. Wenn in diesen Tagen eine Beschneidungsfeier stattfand, gab es bei den Reichen nur Milchspeisen, beim Mittelstand nur Kaffee für den Gevatter und den Beschneider und einige Verwandten und Marzipan gleich nach der Beschneidung, sonst nichts. Am Freitag, dem 2. Neumondstage des Elul (31. August), kauften die Fleischer gemeinsam eine magere Kuh um 186 fl. und verkauften dann das Pfund um einen Taler. Gegen Abend betete man in der Synagoge Mincha und empfing den Sabbath, hernach ging man nachhause Maariw beten, aus Angst vor dem Verbote nach 6 Uhr auf die Straße zu gehen; wenige Tage später erwirkten die Metzer Juden, daß man wieder wie sonst abends in die Synagoge gehen dürfe, doch dürfe man sich nach dem Gebete nicht auf der Straße aufhalten, sondern müsse sofort nachhause gehen. In diesen Tagen wurde um unserer Sünden willen die Hungersnot immer größer, in den Läden gabs kein Brot, das ganze Volk jammerte und suchte nach Brot „sie gaben all ihre Schätze um Speise, um ihre durch Hunger verschmachtete Seele zu laben", darob ward uns um unserer Sünden willen das Herz schwer, es schmolz in unserer Brust dahin, da Säugling und Kinder in den Straßen der Stadt vor Hunger vergingen, ihre Mütter fragten wo ist Korn und Wein? Der großen Not halber mußten wir das Brot nach Gewicht essen, 1 Pfund 8 Lot Weißbrot kostete 9 kr., 1 Semmel von kaum 1 Lot 1 kr. Die Stadtgaboim23) verteilten

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