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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 319

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 319)
Language
German
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304 den 6. Schewat (11. Jänner 1742), befahl der König den Stadtbewohnern, ihm binnen 6 Monaten 6 Milionen in drei Terminen zu geben, die erste Rate per 2 Millionen sollten sie sofort geben, auf die Juden entfielen 32.000 Gulden als Beisteuer hiezu; es erwuchsen große Exekutionskosten bis wir die 32.000 Gulden unter Tränen und großen Anstrengungen zusammengebracht hatten.10) Am 2. des ersten Adar 502 (6. Februar 1742) befahl der Oberste der Franzosen, die die Verpflegung der Pferde zu besorgen hatten, den Juden, das Futter für ihre Pferde — Futterage — zu liefern. Er schickte sofort binnen 24 Stunden jedem Gemeindevorsteher 5 berittene Soldaten und man mußte ihnen Tag und Nacht zu Essen und zu trinken geben, gemästete Hühner und Fasanen, Schweinefleisch, Zucker und Kaffee, die Ausgaben beliefen sich auf 800 Gulden ohne die 6000 Gulden, die sie für das Pferdefutter gaben; dann erst wurde den Gemeindevorstehern die Exekution abgenommen. Am 2. des 2. Adar (8. März 1742) befahl der erwähnte französiche Befehlshaber Sechelles den Bewohnern der Stadt, monatlich 140.000 Gulden abzuliefern, ein Beamter, der immer gegen uns hetzte und uns anschwärzte, gemeinsam mit seinem Freunde, dem gleichgesinnten Ratsmann Sasek, die jederzeit uns Übles wollten, stifteten die französischen Offiziere an, für uns als Anteil an diesen 140.000 Gulden 24.000 Gulden zu bestimmen; sie schickten 100 Mann als Exekution gegen willkürlich gewählte Gemeindemitglieder, ein jeder mußte 16 Groschen bekommen, 8 für Essen und Trinken und 8 als Exekution, wie es bei den Franzosen üblich ist, 2 liver, d. i. 16 Groschen in unserer Münze. Diese Ausgaben betrugen viele Hunderte, die Exekution wurde aus der Judengasse erst entfernt, als die erwähnten 24.000 Gulden gegeben waren. Im selben Monate verlangte ein Offizier, der die Getreidevorräte unter sich hatte, namens Schweizer, auf Veranlassung des Hetzers Sasek, der täglich bei ihm war, man möge die Klaussynagoge und noch eine andere Synagoge ausräumen, zum Zwecke von Getreidemagazinen; da gingen die Stadtgaboim und die Vorsteher der Klausen dorthin, wo eine Intervention Erfolg hatte und erlangten mit Gottes Hilfe, einen Befehl der Herren der Deputation an den Altstädter Stadthauptmann, daß, falls die Judenvorsteher ein anderes Haus für die Magazine hergeben, es billig sei, dieses anstatt der Synagogen zu nehmen. Darauf mieteten die Vorsteher ein Haus auf der Neustadt,

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