Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 309)
- Language
- German
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294 kundig fehlerhaft sind, verzichten, kann andere nicht eindeutig wiedergeben, wie z. B. „sar" „sarim", das eigentlich Fürst, Fürstlichkeiten bedeutet, ebensogut aber Behörde, Beamte, Offiziere, kurz alle Machthaber bezeichnen kann. Auf Lücken im Text wird aufmerksam gemacht, Erklärungen sowohl des Herausgebers Dr. Freimann, als des Übersetzers sind in Klammern beigefügt. Einige Stellen, die homiletische Abhandlungen, Elegien u. dgl. (enthalten, blieben unübersetzt, worauf stets in einer Anmerkung hingewiesen wird. Die gelegentlich der Schilderung der zahlreich abgehaltenen Bußgottesdienste vorkommenden liturgischen Fachausdrücke, wie Selichoth, Owinu Malkenu, bleiben, weil sachlich belanglos, unerläutert, Bezeichnungen für die aronidische (K z. Kohen zedeck, gerechte Priester) und die levitische (S. G. L. segen lewijah, Fürst der Lewiten) Abstammung ebenso wie die zur Bezeichnung des Gelehrten dem Namen vorgesetzte Abbreviatur M. U. H. R. R. morenn werabenu horaw rabi, unser Lehrer und Meister der Rabbiner, werden einfach transkribiert. Im Allgemeinen wurde alles einschließlich der biblischen Redensarten wörtlich übersetzt, um den Eindruck des Originals nicht zu verwischen, doch wurde bei den biblischen Stellen ein Stellennachweis nur in den notwendigsten Stellen gegeben. Die Bedeutimg der Igereth Machalath erhellt aus dem Inhalt, sie offenbart uns neben dem Kulturleben der Prager Juden des 18. Jahrhunderts ihre Erwerbsverhältnisse und den gewaltigen Steuerdruck, dem sie ausgesetzt waren, sie enthält wichtige Notizen zur Lebensgeschichte führender Männer, wie R. Jonathan Eibenschitz, R. Abraham Postelberg und R. Israel Frankl. Ihr Verhältnis zu der von mir in „Handschriftliches" veröffentlichten Chronik möchte ich dahin charakterisieren, daß sie primitiver ist, vorwiegend den Zweck hat die Größe der Leiden zu schildern, über offensichtliche Wunder zu berichten, um daraus die Dankesschuld der Geretteten an Gott ermessen zu können, sie dient mehr religiösen Zwecken, während in „Handschriftliches" mehr das pragmatische Geschehen betont wird und Dinge ausführlich geschildert werden, die nicht gerade so offensichtlich als Wunder zu betrachten, aber für die Zusammenhänge der Ereignisse, für die Entwicklung von Bedeutung sind. Wegist nun der Verfasser von Igereth Machalath! Freimann schreibt die drei ersten Teile R. Bezalel Brandeis, dem