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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 293

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 293)
Language
German
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IRI
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287 Maskirbuch angelegt wird. Dazu erteilen der Judenrichter und Landeswahlmann12) Mordechai, Sohn David, die Geschworenen (tuwe hakahal boni) David, Sohn Samuel, Juda Löb, Sohn Gerson und über alle diese unser Herr der große und ausgezeichnete Eabbiner Zebi Hirsch,13) Oberrabbiner und Lehrhausvorsteher, die Einwilligung. Geschrieben während der Regierungszeit unseres vielgerühmten Kaisers Karolus, hier in Trebitsch, welch Letzteres Eigentum unseres Gutsherrn des Grafen Franz Ernst Waldstein. Am Tfcüsttage des Sabbat, Neumondstag Ijar, das ist der fünfzehnte Tage des Zählens14) der Kinder Israels, mit Amsterdamer Buchstaben15) und schönen Bildern im Jahre 492 (= 1. Neumondstag Ijar 30. Nissan 25. April 1732) vollendet. Der geringe Jehuda Löb16) ha-Kohen und Sofer (Schreiber). Von besonderer Schönheit sind die Initialen dieses Memorbuches (Abbildung 3).17) Mir liegt ein handgeschriebenes Büchlein aus dem Jahre 1738 vor, betitelt: Birkat ha-Nehenin (Segenssprüche bei Genüssen); es ist Eibenschitzer Herkunft. Der Schreiber nennt sich nicht, doch hat er an der Stelle, au welcher sonst der Druckort verzeichnet ist, den Eigentümer, für den er es geschrieben, das ist der Judenrichter Juda, Sohn Samuel Tesi (= Teschen)18) genannt. Das Büchlein enthält nicht nur Segenssprüche bei Genüssen, sondern auch die Segenssprüche bei Naturerscheinungen und Ereignissen, Tischgebet und das besondere Tischgebet bei Hochzeitsfesten, Nachtgebet, Segenssprüche bei Ehegründung (hebr. Kidduschin und Nissuin), Omerzählen19) und alle auf diese Gebetstücke bezüglichen Vorschriften in jüdisch-deutscher Sprache. Das Titelblatt in der Form eines Tores20) ist von blumengeschmückten Säulen umrahmt, auch im Texte und bei einigen Initialen sind schöne Federzeichnungen. Im Jahre 1745 lebt in Gewitsch ein Schreibkünstler Namens Aron Wolf. Dieser hat auf einem Papierblatt in der Höhe eines halben Fußes, aus hebräischen Worten, welche dem Buche der Weisheit21) des Salomo (Sprüche Salomos) entnommen sind, und zwar aus 30.000 Buchstaben, das Bildnis der Kaiserin Maria Theresia in ihrem Kaiserornate, mit Beichsinsignien und Wappen komponiert. Dieses Kunstwerk überreicht er der Kaiserin und sie beschenkt ihn mit 100 Species Dukaten.22)

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