Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 2 (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 292)
- Language
- German
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286 Die Gemeinde Biwanowitz verwahrt ein Memorbuch, das die zu jener Zeit übliche Einrichtung hat, dem Totenregister geht die synagogale Agende voraus, welche einzelne, in den alten Gebetbüchern noch nicht allgemein aufgenommene Gebete, die vor und nach dem Verlesen aus der Thora verrichtet werden, enthält, dann folgen verschiedene Segenssprüche, Einsegnung des Neumondes, Kaisergebet, Gebet für die Gutsherrschaft, Segensformel für die am Montag, Donnerstag und folgenden Montag in der ersten Hälfte der Monate Marcheschwan4) und Ijar5) freiwillig Fastenden verzeichnet. Das schön geschriebene Pergamentmanuskript, mit einigen Federzeichnungen verziert, stammt aus der Hand des „Jukutiel, genannt Salman, Sohn des Gelehrten Ascher Iserl6) aus Nikolsburg, datiert ist es von Donnerstag,7) Wochenabschnitt behalotcho, des Jahres 469 der kleinen Zeitrechnung8) 14. Sivan 23. Mai 1709. Vom gleichen Schreiber stammt ein Pergamentpsalter, Folio, datiert vom ersten Neumondstag Adar II, des Jahres 483 30. Adar I 7. März 1723. Eine kostbare Federzeichnung (Abbildung 1) umrahmt das Titelblatt des Boskowitzer Chewra Kadischa- Protokolls, dessen älteste Eintragungen aus dem Jahre 1689 stammen. Das Chronostichon auf dem Titelblatte ergibt die Jahreszahl 471 1711. Das Widmungsblatt dieses Protokollbuches, eine schöne Federzeichnimg, hat die Form eines stilisierten Bechers, flankiert von 2 Löwen. Im Spiegel des Bechers sind die Namen der Kassiere verzeichnet, welche zur Zeit der Erneuerung des Chewrabuches (1711) gewirkt. Eine illuminierte Haggada, die im Jahre 1730 auf Pergament geschrieben, stammt aus der Hand des Thoraschreibers Natan, Sohn Samson aus Meseritsch und wird bei I. Kaufmann, Frankfurt a. M., 1924, Katalog Nr. 76, Judaica, verzeichnet. Aus der Zeit Karl des VI. stammt das Memorbuch der Gemeinde Trebitsch, Pergamenthandschrift. Das Titelblatt ((Abbildung 2), welches gleichzeitig Inhaltsverzeichnis ist, führt den Rabbiner9) David, Sohn des Israel Isserl an, der an erster Stelle im Memorbuche genannt ist, verzeichnet auch die Kassiere Izik, Sohn des Gelehrten Jesaja, sein Andenken zum Segen,10) Jehuda, Sohn Mose, Beer, Sohn Simon Reckendorf11), Hirsch, Sohn Chiskija, Sabbattai, Sohn Abraham Zoref (Goldschmied), über deren Auftrag das