Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1930-01-01 · 2 (1930) · page 294

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
2 (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 294)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2644300-2644303--0751-2645093
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

288 Die Gemeinde Nikolsburg verwahrt ein Pergamentmanuskript, Quartformat, in vollendet schöner Schrift, mit kostbaren Textbildern in Buntmalerei (Abbildung 4), welches den Titel trägt: „Kizzur (kurzgefaßtes) Maabor Jakob,23) angefertigt im Auftrage der vornehmen Kassiere des Vereines mhrr Mordechai Lemels Margoliot Jafe,26) Hirsch, Sohn Gabriel ha-Levi, Simcha Saks, Aron, Sohn Simon Holitsch und unter diesen auch der neugewähite Kassier David, Sohn Mose Sofer. Geschrieben hier in der heiligen Gemeinde Nikolsburg im Jahre27) „bila hamowes" (das Chronostichon ergibt die Jahreszahl 508 1748). „Cum Licentia superiorum". (Abbildung 5.) Interessant ist dieser Vermerk der Druckerlaubnis, die doch nur bei Druckwerken eingeholt werden mußte, hier aber den Zweck hat, die Ähnlichkeit mit einem gedruckten Werke vorzutäuschen. Der Schreiber nennt sich am Schlüsse des Manuskriptes: „Ich der Schreiber und Maler der geringe Samuel, Sohn des verstorbenen Gelehrten Zebi Hirsch Dresniz23) (= Straßnitz), das Andenken des Gerechten zum Segen, Stadtschächter29) hier in Nikolsburg (Abbildung 6). Dieselbe Gemeinde ist auch Besitzerin einer Tafel, auf welcher ein Gebet (Lied) in Versen für das Thorafreudenfest verzeichnet ist. Als Verfasser der Dichtung und Spender der Tafel wird Juda Arje Löb,30) Sohn des Menachem Mendl, früher Rabbiner in Boskowitz, derzeit Dajjan (Rabbinatsassessor) und Prediger in Nikolsburg, genannt. Das Gebet ist nach dreifachem Alphabet verfaßt, der erste Buchstabe der vierten Zeile jeder Strophe ergibt das Akrostich: „Judarje b(e)n haraw mhrr Mendl amaz betorah"31) (Abbildung 7). Die Gebettafel stammt aus der Hand des Samuel Dresniz, geschrieben im Jahre 1751. Aus dem Jahre 1765 stammt das handschriftliche Memorbuch, welches Abraham b. r. S, b. r. G.32) geschrieben und der Chewra Kadischa der Gemeinde Prerau gewidmet. Der Schreiber und Buchmaler will damit eine Haskara (Seelengedächtnis) für seine Eltern erwerben. Das sehr schön geschriebene und mit kostbaren kolorierten Federzeichnungen versehene Buch, dessen Titelblatt die Form eines blumengeschmückten, von Säulen getragenen Portals33) bildet, ist auch im Texte des Totenregisters mit Leisten in Rot und Gold versehen, welche mit zarten Blumenmustern geschmückt

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.